Die Frage „Was hätten wir getan?“ stellt die diesjährige Open-Air-Filmretrospektive, die seit gestern auf dem Gelände vor dem Besucherzentrum der Gedenkstätte Mauthausen läuft. Im Zentrum der Filmhandlungen steht das Verhalten der Nicht-Verfolgten. Wie agierten Nachbarn, Freunde, Bekannte, Fremde, wenn sie Ausgrenzung und Isolation, die Arisierungen, die Deportationen wahrnahmen? Warum war der Alltagsrassismus so wirksam? Warum führte er zum Versagen, zur passiven Mittäterschaft von Millionen, die wegsahen, wenn die jüdischen Nachbarn oder andere Verfolgte verschwanden?
Die Filme fragen danach, was solidarische Hilfe bedeuten konnte, welche oft verzweifelten Alternativen möglich waren, wie ein Verstecken der Verfolgten auch für die Helfer eine Todesgefahr bedeuten konnte. Die bereits seit Jahren im August stattfindende Filmreihe wird kuratiert von Universitätsprofessor Frank Stern vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien und von Stephan Matyus vom Bundesministerium für Inneres. Frank Stern wird vor jedem Spielfilm einen Einführungsvortrag halten. Nach den Filmvorführungen gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.
Das Programm bis Samstag: Heute entführt der Film „Romeo, Julia und die Finsternis“ in das von den Nazis besetzte Prag. Morgen steht der Film „Wohin und zurück – Welcome Vienna“ von Axel Corti auf dem Programm. In Bayern angesiedelt ist der etwas andere Heimatfilm „Abrahams Gold“ über einen ehemaligen KZ-Wärter und seine rebellische Tochter, der am Samstag läuft. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.
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