Das Gusenleitnerhaus war einst Sitz eines Baders, öffentliches Bad und Ordination sozusagen. Seit 29. Mai arbeiten Gemeindeverwaltung und Bürgermeisterin in diesem recht alten und zugleich neuen Haus, das das Bundesdenkmalamt als Denkmal des Monats Juli ausgezeichnet hat.
Betritt man das Gebäude, spürt man sofort das angenehme Klima, für dessen Zustandekommen keine Klimaanlage nötig ist.
Turbulente Geschichte
Apropos Klima: Vor vier Jahren war die Atmosphäre in Ottensheim aufgeheizt, da die Sieger des Architektenwettbewerbes nicht nur das Gusenleitnerhaus sanieren, sondern auch auf dem Marktplatz einen gläsernen Pavillon errichten wollten, als Tagungsort des Gemeinderates und Veranstaltungssaal.
Gegen das Glasgebilde regte sich viel Widerstand, so dass der Plan zurückgezogen wurde. Für den Gemeinderat entstand stattdessen in einer Baulücke an der Linzer Straße ein Saal, unmittelbar an den Altbau anschließend.
Der Saal ist von der Straße nur durch eine Glasfront getrennt, die sich völlig öffnen lässt. „Die Vorhänge werden wir nur in Notfällen zuziehen“, sagt Bürgermeister Ulrike Böker (Bürgerliste Pro O).
Vom Sitzungssaal, der auch für viele Veranstaltungen von der Hochzeit bis zum Konzert nutzbar ist, geht es in den Arkaden-innenhof.
Der eigentliche Eingang zum Amtshaus ist am Marktplatz. Tritt man ein, ist sofort klar: Das ist ein altes Haus. Wendet man sich nach rechts, kommt man ins Bürgerservice. Und hier wird auch sofort klar: Altes und Neues lassen sich sehr gut miteinander verbinden.
Altes wiederentdeckt
Die Architekten haben aber Neues nicht krampfig eingebaut, sondern viel Altes (von der Deckenmalerei bis zum Tramdecke) freigelegt und nur dort mit Neuem verbunden, wo es notwendig war. Zum Beispiel, um das Haus barrierefrei gestalten zu können.
Planer sind die jungen SUE Architekten, die ihr Büro in Wien betreiben. Federführend war der gebürtige Ottensheimer Christian Ambros. Er sagt: „Ziel war ein offenes Amtshaus.“
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