
Die Bim ist das Einzige, was stillsteht. Hier schleifen, dort mauern, da noch ein bisserl nachbessern. Es herrscht Betriebsamkeit auf der Blumau in dieser Freitagnacht. Nicht hektische, aber rege.
Dass die Straßenbahn steht, wenn das Pflasterspektakel läuft, will genutzt werden. Aus dem Tunnel der Mini-U-Bahn wird der Vorplatz des neuen Musiktheaters. Deckel drauf – fertig. Und zwar 19 Fertigbetonplatten. Jede mit elf Tonnen ein ganz schönes Bröckerl. Das alles in einer Nacht. Mehr Zeit bleibt nicht: Montag in aller Herrgottsfrüh soll die Bim mit den letzten Nachtschwärmern und den ersten arbeitenden Menschen schon unter dem Vorplatz durchrauschen.
Fliegender Beton
Franz Neundlinger steht mit einem kleinen Kasten in der Hand dort, wo sich jetzt schon erahnen lässt: Das wird das Musiktheater. Lässig wirkt er nur nach außen. Wer näher hinschaut, sieht die Konzentration. Wer noch näher hinschaut außerdem, dass es nicht die Bedienung für ein ferngesteuertes Auto ist. Spätestens dann, wenn ein großer Metallbogen vorbeisegelt. Der hat seinen Dienst als Tunnelaufbau getan. Auf 40 Metern Länge werden die Bögen ersetzt durch den Vorplatz.
Der Mann am Drücker
Franz Neundlinger ist der Mann am Drücker. Per Fernsteuerung lenkt er den Kran, mit dem die „kleineren“ Teile gehoben werden. Ein kleiner Knopfdruck zur falschen Zeit kann große Folgen haben. Dagegen hat der Mühlviertler ein Rezept: „Ein Gefühl der Ruhe braucht man.“ Spricht’s und lässt ein Betonteil durch die Luft fliegen.
Fast alles läuft auf die Minute genau. Nacht-und-Nebel-Aktion ist das keine. Nur Nacht und Regen. Starker Regen. Zermürbender Regen. Die rund 25 Bauarbeiter kann er aber nicht aufhalten. Für fast eine Stunde müssen die Arbeiten zwar unterbrochen werden. Doch dann geht es auch schon weiter.
Es ist kurz vor 20 Uhr. Bauleiter Thomas Schiffler in der Strabag-Jacke schaut auf die Uhr. „Sie sind angekommen. Sie warten schon bei den Containern.“ „Sie“, das sind die 19 fertigen Deckenplatten.
Für ihr Gewicht fliegen sie erstaunlich elegant. Geradezu grazil schwebt das erste Teil kurz nach halb neun über den Köpfen der Bauarbeiter. Die haben im Gegensatz zu Besuchern nicht das dringende Bedürfnis, sich auf den Boden zu werfen. Könnte natürlich auch mit dem Untergrund zusammenhängen. Der Dauerregen hat die Baustelle in eine Schlammgrube verwandelt.
Auuuweh, da hat’s was
Die nächste Platte fliegt ein. Hält inne. Bleibt. „Auuuweh – da hat’s was“, kommentiert ein Bauarbeiter zwischen zusammengebissenen Zähnen. Ob wegen der Kälte oder der Anspannung, lässt sich schwer sagen. Vielleicht beides. Seine Ferndiagnose jedenfalls sitzt. Es hat tatsächlich etwas. Nämlich etwas zu viel Eisen. Das sagen die einen. Zu viel Länge, sagen die anderen. Das Ergebnis bleibt dasselbe: Passt nicht.
Operation gelungen
Doch für solche Fälle ist vorgesorgt und das Problem relativ rasch behoben. Letztendlich geht alles ohne größere Komplikationen über die Bühne. Apropos Bühne: Die könnte auch noch einiges an Arbeit vertragen (siehe Bericht untenstehend).
dass schöne in einem fertigen bau zu sehen, ist nicht "jedermanns" sache!
ich finde den standpunkt in ordnung leicht zu fuss vom bahnhof zu erreichen!
obs kulturell interessantes vorführt
wird sich zeigen!
für linz auf jeden fall eine bereicherung
immer über die kostenfrage und desinteresse an musik/theater projekte
die "auch" zu einer aufwertung des standortes beitragen kann, missgunst zu schüren, ist der polemik einer gesunden argumentation schon lange entwachsen!
was wäre wien ohne die oper oder anderen
festspielbauten, was wäre in bregenz
sehenswert oder in salzburg usw.
die österreicher dazu gehören auch die linzer haben, vielleicht nichts über für kultur jedoch gibts viele menschen in österreich die einen linzbesuch mit einem neuen linzmusiktheater verbinden und andere wirtschaftszweige daran auch etwas hängenbleibt was der linzer wirtschaft weiterhilft sozial unterpriviligierte, jeder macht es sich selber wie er/sie lebt,
zu unterstützen!
ich hab mal gehört das 20% der Bevölkerung 80% der Steuerlast tragen. Nur soviel dazu das der kleine Mann die Oper bezahlt.
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