Ist angesichts der rückläufigen Beratungszahlen die Familien- und Jugendberatung der Stadt bald überflüssig? „Nein“, betont der städtische Sozialreferent Klaus Luger (SP). Vielmehr lasse sich die Abnahme der Ratsuchenden auf Rückgänge bei Rechts- und sowie Schwangerschaftsberatungen zurückführen. Es gebe viele andere Institute, die in diesen Bereichen Leistungen anbieten würden. Während die Zahl der beratenen Personen abnimmt, ist die Zahl der Beratungsgespräche (4200) gegenüber 2008 gleich geblieben. So finden durchschnittlich drei Beratungsgespräche pro Problemlage satt, in Familienangelegenheiten sogar sechs.
Hauptaufgabe des Familieninstituts ist die Erziehungsberatung. Knapp 80 Prozent der Beratungsgespräche entfallen auf diesen Bereich. Häufigster Anlassfall sind Lern- und Schulschwierigkeiten (30 Prozent) sowie ein problematischer Umgang mit Grenzen und Regeln (17 Prozent).
Jede dritte Hilfesuchende in Sachen Erziehungsfragen ist übrigens Alleinerzieherin. 44 Prozent leben in einer aufrechten Ehe. Der Anteil von Patchwork-Familien, Familien in Trennungssituationen und mit gemeinsamer Obsorge machen 16 Prozent des Behandlungsklientels aus. Der Anteil alleinerziehender Väter lag bei 0,8 Prozent. „Das ist kein Wunder. Recht viel mehr gibt es wohl nicht. Der Anteil der Alleinerzieherinnen ist jedoch überdurchschnittlich“, so Luger. Der Anteil der Alleinerzieherinnen in Österreich liege bei zehn Prozent.
In der Erziehungsberatung wurden geringfügig mehr Burschen (54 Prozent) als Mädchen betreut. Während es bei den Mädchen vor allem in der Pubertät Beratungsbedarf gibt, ist das bei den Burschen die Volksschulzeit.
Die städtische Familien- und Jugendberatung besteht seit 62 Jahren. Zusätzliche Schwerpunkte der Arbeit sind die Legasthenie-Erkennung sowie Angebote für Kinder zur Scheidungsbewältigung.
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