Vorstellen kann sich Lischka dabei aber weder Noten noch eine anonyme Evaluierung. „Der Idealfall wäre eine Kombination aus mündlicher und schriftlicher Rückmeldung“, sagt die Leiterin der Praxisschule der 10- bis 14-Jährigen der diözesanen Pädagogischen Hochschule. Schriftlich etwa durch das Beantworten von offenen Fragen, mündlich mittels Gespräch zwischen Lehrer und Klasse. „Aber niemals anonym“, betont sie. „Auch wenn ich mit jemandem ein Problem habe, muss ich es ihm wertschätzend mitteilen können.“ Rückmeldung geben müsse gelernt werden. Zu überlegen sei, was mit den Ergebnissen passieren soll.
Ausgangspunkt war eine Bitte der Schulsprecher an die Direktorin. In der nächsten Sitzung mit den Schul- und Klassensprechern soll dieses Thema besprochen werden, danach mit den Lehrern.
Die Schüler selbst stehen dem Thema gespalten gegenüber. So ist die 4a-Klasse geschlossen dafür. „Das wäre eine gute Abwechslung, dann bekommen die Lehrer Rückmeldung, ob sie gut unterrichten können“, meint etwa Simon. Julian ist zwar für eine Beurteilung der Lehrer, aber gegen Noten: „Man sollte elektronisch unterschiedliche Bereiche prozentuell bewerten. Danach sollte der Direktor mit dem Lehrer darüber reden.“ Für Barbara wäre eine Rückmeldung wichtig, „weil die Lehrer dann wissen, in welchen Teilbereichen sich die Schüler schwertun“.
Nicht alle Schüler dafür
In der 4b gibt es auch Gegenstimmen. „Ich glaube, das ist nicht nötig“, meint Rudi. „Wenn man mit einem Lehrer Probleme hat, sollte man ihm das mitteilen.“ Das könne man ja auch über Umwege, etwa die Direktorin oder die Eltern, tun. „Man sollte es nur da machen, wo Schüler und Lehrer das wollen“, so Marlene. „Nicht jedes Jahr für jede Person in jeder Klasse.“ Thomas glaubt, dass manche Klassen dazu gar nicht geeignet wären: „Es gibt Schüler, denen das egal ist und die dann irgendwas hinschreiben.“