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Gegen den Trend: Eine katholische Kirche in Linz, die größer wird

LINZ. Während der römisch-katholischen Kirche die Gläubigen davonlaufen, freut sich eine zweite katholische Glaubensgemeinschaft in Linz über fünf Prozent mehr Mitglieder: die altkatholische Kirche. Sie profitiert von der Austrittswelle bei der Schwesterkirche.

Rund 550 Mitglieder hat die altkatholische Kirchengemeinde von Linz, deren Gebiet sich über das Mühlviertel bis nach Steyr und Wels erstreckt – allein 2009 kamen etwa 30 neue Gläubige dazu. Das bedeutet ein Plus von fünf Prozent. Im gleichen Zeitraum verlor die römisch-katholische Kirche in Oberösterreich mehr als 9000 ihrer etwas mehr als eine Million Mitglieder.

Die altkatholische Kirche sieht sich in den zentralen Glaubensinhalten als katholisch, in den Strukturen gibt es aber gewaltige Unterschiede: Der Papst wird nicht anerkannt, Frauen können Priester werden, das Zölibat gibt es nicht (dazu Stichwort).

Damit ist bei den Altkatholiken bereits erfüllt, was vielfach von der römisch-katholischen Kirche gefordert wird. Davon profitiert die kleine Schwesterkirche: „Fast alle, die bei uns eintreten, kommen von der römisch-katholischen Kirche“, sagt Pfarrer Hannes Dämon.

Er selbst ist das beste Beispiel: Der heute 34-Jährige war römisch-katholischer Priester, bekannte sich zu seiner Freundin, wurde suspendiert. Er wurde Sozialarbeiter und fand seine neue Glaubensheimat bei den Altkatholiken. Als dort ein Pfarrer gesucht wurde, bewarb er sich – und wurde gewählt. Denn bei den Altkatholiken bestimmt die Gemeinde, wer sie als Pfarrer führen soll. „Dass sie mitentscheiden können, spricht die Menschen an“, sagt Dämon. „Wir gehen den Weg des Miteinanders von der Basis an.“

Nach dem Austritt aus der römisch-katholischen Kirche suchen viele einen neuen Ort für ihren Glauben, sagt der Pfarrer: „Wir haben den Vorteil der katholischen Tradition.“ Wichtige Elemente wie etwa die Gottesdienste oder das Sakramentsverständnis seien gleich, erklärt er. „Viele sind froh, dass sie sich nicht neu verwurzeln müssen.“

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in der altkatholischen Kirche · von Angekommen (6) · 19.01.2010 21:19 Uhr

Aufgewachsen in einem Internat, geführt von römisch katholischen Nonnen, habe ich "hautnah" erfahren, was "Erziehung" in deren Sinn heißt. Danach bin ich aus dieser Kirche ausgetreten.

Heuer lernte ich durch "Zufälle" die altkatholische Kirche kennen und vor allem schätzen.
Es zählt hier jeder einzelne Mensch mit all seinen Eigenheiten und Eigenschaften. Man wird nicht als Nummer sondern als Mensch be- und geachtet. Es entscheidet niemand alleine, alle gemeinsam gestalten Kirche - so macht Kirche wirklich Spaß!! Die Gottesdienste sind nicht aneinander gereihte oft schwer verständliche Texte, sondern laden zum Mitmachen und Mitbeten ein, sie sind lebendig - und ermuntern die Menschen!
Sie schenken Zuversicht, Hoffnung und Liebe - Dinge, die man in unserer Zeit immer mehr vermisst.
www.altkatholiken-linz.at

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Die Altkatholiken · von Internerdhoernchen (5011) · 20.01.2010 08:31 Uhr

scheinen tatsächlich das zu sein, was unter "Glauben" verstanden wird. Dass bei dieser toleranten Alternative noch jemand röm. kath. ist, ist mir ein Rätsel. Das ist, wie wenn eine Frau einen Effen, Burschenschafter, CVler oder Ebenseer lieb hat.

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bravo mag. hannes dämon und altkath.kirche ! · von tacitus (1731) · 19.01.2010 12:38 Uhr

vor jeder kommunion spricht der priester:"alle getauften sind herzlich eingeladen zur kommunion, wir haben kein recht jemanden auszuschliessen!" die altkath.kirche (besser urchristl) hat alle werte der ersten kirchen bewahrt und verwirklicht.sie hängt nicht am gängelband des papstes. ich kenne einige von der gemeinde aus linz, einige verwandte sind von der rkK zu dieser kirche übergetreten. sie fühlen sich dort sehr geschätzt!

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Artikel 19. Januar 2010 - 00:04 Uhr
Von Herbert Schorn
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Bild: Wodicka

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