Ein vorweihnachtlicher Moment der Stille war’s, als Maria Hauser Mittwochabend im Cafe Julius im Linzer HOSI-Zentrum aus ihrem mittlerweile vergriffenem Buch „Alles Blut ist rot“ las. Computer-Experte Wolfgang Lehner trug vertonte Gedichte von Maria Hauser vor. Die strahlende alte Dame hat vor mehr als zwei Jahrzehnten begonne, Texte nach wahren Begebenheiten rund um die Themen Homosexualität und Aids zu verfassen. Besonders melancholisch wurde es, als sie die Geschichte „Der lange Abschied“ vortrug. Darin beschreibt sie das Schicksal des Musiker Julius Zechner, „Stahlstadtkind“ und „Willi Warma“-Frontmann, wenige Monate bevor er 1992 an der Immunschwäche Krankheit AIDS starb.
Guido Rüthemann war als Verlagschef von „Sandkorn“ der Erste, der es damals wagte, Hausers Buch zu veröffentlichen. „Gott sei Dank“, sagte Hosi-Vereinssprecher Gerhard Friedinger, „weil auch heute noch genug junge Menschen Angst um Arbeitsplätze haben und vor allem am Land noch immer mit sozialer Ächtung rechnen müssen, wenn sie sich zu ihrer Homosexualität bekennen.“ Alfred Roland, ehemaliger Lebenspartner von Julius, dankte Hauser für ihr Engagement.
Aufmerksam zugehört haben auch Aidshilfe-Oberösterreich-Präsident Erich Gattner und sein Lebensgefährte Johann Kienbichl, Bürgermeister Franz Dobusch mit Gattin Monika sowie AKH-Radiologin und SP-Landtagsabgeordnete Julia Röper-Kelmayr. Im Anschluss an die Lesung wurde Erich Gattners noch taufrischer Doktortitel gefeiert. (fp)
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