„Ich sehe keine Chance für die Mensafeste. Die Geruchsbelästigung am Tag nach dem Fest ist eine Katastrophe. Die Klos sind kaputt, die Lampen zerstört, und das Uni-Center wird als Pissoir missbraucht“, sagt Josef Schmied, Universitätsdirektor der Linzer Kepler-Universität. Seine Schlussfolgerung: „Akademische Kongresse und Studentenfeste – diese zwei Arten von Veranstaltungen im gleichen Gebäude vertragen sich nicht.“ In der Rektoratssitzung am 2. Februar könnte die Abschaffung der studentischen Festivitäten endgültig beschlossen werden.
Pro-Festl-Kampagne läuft„Die Mensafeste sind ein langjähriger Bestandteil der Campuskultur. Sie sind wichtiger als Prunkveranstaltungen für einige wenige“, sagen Carina Schmiedseder (21) und Thomas Gegenhuber (25) von der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH). Die Universität sei mehr als ein Ort, um zu lernen, sie sei auch Lebensraum für junge Leute. Gegenhuber: „Die Feste sind eine fantastische Gelegenheit, sich untereinander kennen zu lernen und Freundschaften zu schließen.“
Das ÖH-Vorsitzteam hat die Aktion „Rettet die Mensafeste“ ins Leben gerufen. Studierende können per Mail (rettetdiemensafeste@oeh.jku.at) oder persönlich in den ÖH-Büros mit einer Unterschrift ihre Unterstützung kundtun. „Wir haben bereits hunderte positive Rückmeldungen erhalten. Das ist ein klares Signal an die zuständigen Stellen“, sind sich die Studentenvertreter einig.
„Eh nur eine Belästigung“Universitätsdirektor Josef Schmied zeigt sich unbeeindruckt: „Ich bin kein Feind der Studenten. Aber die Uni muss pragmatisch denken. Kongresse sind einfach wichtiger.“ Man solle doch versuchen, die Veranstaltungen in Richtung Innenstadt zu verlagern. Eine aktive Studentenszene sei mittelfristig nur dort möglich. Schmied: „Hier sind die feiernden Studenten eh nur eine Belästigung für die Bevölkerung.“
Diese Mensafeste, bei denen das Kondenswasser von der Decke tropft wenn die Partymenschen feiern und schwitzen, bei denen man das eigene Wort nicht versteht, weil die Musik so laut ist, (gut ist sie da draussen selten), in einer Kellerbar der nie Tageslicht erblickt, die wird doch wohl keiner vermissen, oder?
Tatsache ist aber, das sie Ihre Berechtigung haben, sie dienen dem Austausch, der Vernetzung und der Spaß kommt durch ihre Abhaltung auch nicht zu kurz.
Die Möglichkeit Mensafeste zu feiern, sollte aber auch gratis ermöglicht werden, sie dienen ja immerhin auch als Einnahmequellen dieser eifrigen ÖH Fraktionen und anderer Gruppierungen.
Und nicht unten im Keller sondern idealerweise über den Dächern, sollen sie stattfinden, genügend Leerstände in Linz wären da ja vorhanden.
Ich habe selbst vor etlichen Jahren diese sogenannten "Mensafeste" kennengelernt. Vorher habe ich zum Vergleich Wien, Graz und deren Uni-Feste kennengelernt. In Linz sind und waren großteils viele minederjährige Schüler auf diesen Festen, um sich mit Dopplerflaschen Wein in der Hand "niederzusaufen". Mit Uni hat so ein Mensafest reichlich wenig gemein. Eher mit "Bauerndisko" in der Provinz. Es wäre besser, diesen Uni-Standort vom Mühlviertel in die ehemaligen Tabakwerke nahe dem Stadtzentrum zu verlagern.
Wie verhindert man am effektivsten, dass frische Gedanken, die im umfeld einer universität entstehen könnten, eine ganze stadt in mitleidenschaft zieht. richtig, man baut die uni dorthin, wo sie ghettoisiert ist und eine größtmögliche distanz zum stadtzentrum aufweist. an die pheripherie, dorthin, wo's noch öfter nach kuhmist stinkt, als am hauptplatz.
aufgrund des fehlens irgendeiner kulturellen infrastruktur, wurden sehr bald die mensafeste, als nahezu einziges unterhaltungsangebot für studenten sehr attraktiv. es hat sich viel verändert, und die jku hat sich noch mehr zu einer produktionsstätte funktionierender vollstrecker und kritikloser schreibtischtäter entwickelt. wahrscheinlich wird die abschaffung der mensafeste keinen effekt auf die studentschaft haben. zu sehr ist die roboterisierung der auszubildenden an der linzer uni vorangeschritten, der kulturelle tod unausweichlich.
Öffentliche Schule in Gmunden will Schüler-Impfungen stoppen
Nokia verlagert Smartphone-Produktion nach Asien
Sotschi: Die Reise in den olympischen Sperrbezirk
Syrien: 47 Zivilisten in Homs getötet