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Wenn in der Stadt zum Halali geblasen wird

LINZ. Zwölf Wildschweine, 45 Füchse und 342 Stück Rehwild sind in der vergangenen Saison in Linz erlegt worden. Gejagt wird am Pöstlingberg, in St. Magdalena, Kleinmünchen, Plesching und vor allem in Ebelsberg

Wenn in der Stadt zum Halali geblasen wird

In den Traunauen lassen sich so mächtige Wildschweine wie diese Bache erlegen: Der Ebelsberger Jagdleiter Andreas Auinger mit seinem Jagdhund Barro. Bild: privat

661 Jäger – ein Zehntel davon ist weiblich – gibt es in Linz. Und wer glaubt, dass diese das Stadtgebiet verlassen müssen, wenn zum Halali geblasen wird, der irrt.

Sieben Jagdgebiete gibt es auf Linzer Boden, wobei eines davon nicht mehr bejagt werden kann: das großflächige Areal der voestalpine. Dabei hatte die Voest einst sogar eine Eigenjagd. "Das ist aber 20 Jahre her, als die Voest noch Gründe jenseits der Traun in der Ebelsberger Au hatte", sagt Alfred Düsing. Er war bis 2013 Finanzchef der voestalpine Stahl und ist Jagdleiter im Voest-Areal, auch wenn dort nicht gejagt wird. "Das ist Industriegebiet und auch viel zu unruhig für Wildtiere", sagt Düsing. Auftauchen würden trotzdem immer wieder welche. "Sie schwimmen über die Donau, und wenn auf dem Gelände ein Reh angefahren und verletzt wird, werde ich als Zuständiger gerufen", sagt Düsing.

Doch kommen wir zu den weiteren Linzer Jagdgebieten – Pöstlingberg, St. Magdalena, Linz-West, Kleinmünchen, Plesching und Ebelsberg –, in denen zum Teil viel Wild lebt: Anders wäre es nicht zu erklären, dass in der vergangenen Jagdsaison (1. April 2017 bis 31. März 2018) 342 Stück Rehwild, 181 Hasen, 248 Wildenten, 89 Fasane und zwölf Wildschweine geschossen wurden. Dazu 18 Marder, ein Iltis, zwei Wiesel und nicht weniger als 45 Füchse.

Sechs davon gehen allein auf das Konto von Andreas Auinger, den Jagdleiter von Ebelsberg. Er ist Landwirt am elterlichen Baumgartnergut, daneben noch Saatgut-Verkäufer und leidenschaftlicher Jäger. 1300 Hektar jagdbare Fläche gibt es allein in Ebelsberg: die Donauauen, der Marinewald und der Schiltenberg. Dort wird jetzt, mit Beginn der Maibock-Saison, wieder auf Rehe, die maximal ein Jahr alt sein dürfen, "angesessen".

Und weil die Füchse "ein sehr feines Naserl haben und Junghaserl und frisch gesetzte Kitze nehmen", wie Auinger in Jägersprache erklärt, sei es wichtig, dieses Raubtier zu bejagen. Das passiert vor allem im Winter, genauso wie die Jagd auf Wildschweine. Die "Schwarzkittel" sind hauptsächlich in den Donauauen unterwegs, sagt Auinger. Und dass da ordentliche Kaliber dabei sind, zeigt obiges Foto.

Jäger ist übrigens auch Vizebürgermeister Bernhard Baier (VP). Er übt das Hobby aber nicht in Linz, sondern in seiner ursprünglichen Heimat, dem Salzkammergut, aus. "Die Linzer Wälder, in Summe 1724 Hektar groß, sind nicht nur für die Naherholung, sondern auch als Refugien der Wildtiere unbedingt zu schützen", so Baier. Dafür plädiert auch Auinger. Um die Rehe von den für sie gefährlichen Straßen wegzulocken, "bauen wir mit diversen Saatgutmischungen Wildacker an."

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Artikel Anneliese Edlinger 17. Mai 2018 - 00:04 Uhr
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