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Theater mit psychisch Kranken „Hilft über triste Zeit hinweg“

LINZ. Beim Linzer Kuk-Theater geht es um mehr als Text-Merken, Schminke und Bühnenbild: Wenn psychisch Kranke mit Profis Theaterstücke erarbeiten, wird Kunst zur Lebenshilfe: „Das Theaterspielen hilft vielen über die triste Zeit hinweg“, sagt Regisseurin Katharina Bigus.

Theater mit psychisch Kranken „Hilft über triste Zeit hinweg“

Nach der Premiere im November gibt es im Jänner weitere Aufführungen des Linzer Kuk-Theaters von »King Kongs Töchter« mit Erika Bauer (liegend), Karin Verdorfer (v. l.), Petra Schweighofer und Judith Mach. Bild: Kuk/Otto Pölz

Aus persönlicher Betroffenheit kam Katharina Bigus zum Kuk-Theater: In ihrer Familie gab es eine psychische Erkrankung, die Schauspielerin wollte Betroffene kennenlernen und ihnen mit ihrer Arbeit helfen. Sie ließ die Klienten, die etwa an Depressionen, Schizophrenie oder Panik-attacken leiden, improvisieren und Stücke schreiben, um ihrer Situation Ausdruck zu verleihen.

Doch dieses Helfen-Wollen legte sie bald wieder ab: „Ich helfe ihnen jetzt, Theater zu spielen, nicht mehr“, sagt Bigus. Sie unterstützt die Spieler beim Kennenlernen des Mediums Theater. Dadurch passiert Entwicklung ganz von selbst: „Das Theaterspielen hilft ihnen, über die triste Zeit hinwegzukommen. Sie haben eine Aufgabe, können sich artikulieren, bewegen sich lockerer, lernen sich selbst besser kennen.“ Die Klienten hätten erstmals wieder eine Funktion: „Sie wissen, dass das Stück nur funktioniert, wenn sie auftreten.“ Mit Erfolg: Seit der Gründung im Jahr 2000 wurde noch nie eine Vorstellung abgesagt.

„Qualität muss stimmen“

Trotzdem geht es im Kuk-Theater nicht nur um Therapie: „Am Schluss muss die Qualität stimmen“, sagt die gebürtige Schweizerin. Das Kuk-Theater gehört zum Bereich Kunst und Kultur der Pro Mente, wo sich die Klienten in vielen Sparten künstlerisch ausdrücken können. Die Sparte Theater leitet Jürgen Heib-Podroschko, Katharina Bigus und Tom Pohl arbeiten mit.

Besonders wichtig ist Bigus in ihrer Arbeit das Zusammenwirken von Profis und Laien, von dem beide Seiten profitieren. „Die Energie der Profis wirkt für die Klienten ansteckend. Die Profis genießen es, in einer Gruppe ohne Neid und Konkurrenz arbeiten zu können.“

 

„King Kongs Töchter“: Kuk-Theater

Im Jänner ist nach einer Pause das neue Stück des Kuk-Theaters wieder zu sehen. Vier professionelle Schauspieler und sechs psychosozial Betroffene spielen das Stück „King Kongs Töchter“ von Theresia Walser. Regie führt Katharina Bigus.

Gezeigt wird das Stück am 12., 13., 14., 19., 20. und 21. Jänner, jeweils um 19.30 Uhr in der Kuk-Probebühne, Lonstorferplatz 1. Karten zum Preis von 13 Euro können unter Tel. 0681 / 10 73 48 10 reserviert werden.
 

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Artikel Herbert Schorn 22. Dezember 2011 - 00:04 Uhr
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