Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Mittwoch, 26. April 2017, 09:45 Uhr

Linz: 10°C Ort wählen »
 
Mittwoch, 26. April 2017, 09:45 Uhr mehr Wetter »
Oberösterreich  > Linz

Student weiß, wie man dem Geheimdienst entkommt

LINZ. Martin Hengstbergers Masterarbeit wurde mit dem Informatikerpreis ausgezeichnet.

Student hat die Antwort auf die Frage, wie man dem Geheimdienst entkommt

Martin Hengstberger forscht zum Thema Netzwerke und Sicherheit. Bild: Paul Hamm

Bei einem Flug in die USA kann es passieren, dass die Einreisebehörden einem Passagier Handy und Laptop abnehmen, um sämtliche Daten, die sich darauf befinden, zu kopieren und an die Nationale Sicherheitsbehörde (NSA), den Auslandsgeheimdienst der USA, zuzuspielen. 6500 solcher Fälle habe es in den USA allein zwischen 2008 und 2010 gegeben, sagt Martin Hengstberger.

Der Frage, wie man sich vor einem derartigen Eindringen in die Privatsphäre schützen kann, hat der studierte Informatiker seine Masterarbeit an der JKU gewidmet. "Zusammengefasst geht es darum, dass die Daten, die sich auf den Geräten befinden, mithilfe eines Systems so versteckt werden, dass sie von den Behörden gar nicht erst gefunden werden", erklärt Hengstberger seine Arbeit. Für diese wurde er kürzlich mit dem Adolf-Adam-Informatikpreis prämiert.

Jeder Mensch ist gläsern

Auf das hochaktuelle Thema ist Hengstberger ganz zufällig durch zwei Lehrveranstaltungen gestoßen. Am Institut für Netzwerke und Sicherheit, seinem Spezialbereich, beschäftigt er sich nun seit 1,5 Jahren damit. Der Nachweis, dass seine Methode, Menschen vor dem Datenklau zu schützen, in der Praxis funktionieren kann, ist ihm gelungen. Bedarf an seiner Idee besteht in jedem Fall: Alle Menschen, so Hengstberger, seien zu einem großen Teil gläsern. Das liege auch daran, dass die Kompetenzen der Geheimdienste laufend ausgeweitet werden. Dem Thema Überwachung steht der Informatiker aber nicht von Grund auf negativ gegenüber. Er plädiert für ein vernünftiges Abwiegen der Interessen: Bei Bedenken aufgrund der Sicherheit sei Überwachung bis zu einem bestimmten Grad in Ordnung. Völlig grundlose Maßnahmen, die lediglich dem Zweck dienen, Daten zu sammeln, hält er für unnötig.

Ob in sozialen Netzwerken oder beim Verwenden einer Kundenkarte: Digitale Spuren, so Hengstberger, lassen sich nicht gänzlich vermeiden. Wichtig ist, sich genau zu überlegen, wem man seine Daten anvertraut. Seine Privatsphäre kann zudem schützen, wer sichere Passwörter verwendet: "Wichtig ist außerdem, dass man nicht überall dasselbe Kennwort verwendet. So kann man Eingriffe gut abwehren", sagt er.

Seine Masterarbeit hat Hengstberger fast fertig. Ob sein verstecktes Dateisystem in Zukunft auch als Produkt zu Marktreife gelangt, hat der gebürtige St. Pöltner noch nicht entschieden. Erst geht es für ihn ins Ausland. Ein paar Jahre möchte der 30-Jährige in Australien verbringen und bei seinem Job für den Google-Konzern eine Menge Erfahrung zu seinen Spezialthemen Netzwerke und Datensicherheit sammeln.

Kommentare anzeigen »
Artikel Elisabeth Prechtl 04. Januar 2017 - 00:04 Uhr
Weitere Themen

Zustimmung für GWG-Wohnhaus

LINZ. Lob für die gelungene Überarbeitung der Wohnanlage der GWG an der Wiener Straße gab es im ...

Eine Ausstellung von Volksschülern

LINZ. Eine eigene Ausstellung zu veranstalten, dieses ehrgeizige Projekt haben die ART-Schüler der 4a und ...

Puchenau: Erfolg für Musical-Show

PUCHENAU. Mit Standing Ovations ging kürzlich die Musical-Show der "Musical Theatre Academy" im Buchensaal ...

Garage unter Andreas-Hofer-Park bleibt ein Streitthema 

Nach einem weiteren Runden Tisch zum umstrittenen Tiefgaragenprojekt unter dem Linzer Andreas-Hofer-Park ...

Hitlers Geschenk an Linz kommt ins Museum

LINZ. Die Entscheidung ist gefallen: Die Aphrodite-Statue vom Linzer Bauernberg soll 2018 im Stadtmuseum ...
Meistgelesene Artikel   mehr »
Bitte Javascript aktivieren!