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Sportplätze: Linz übernimmt Mäharbeiten bis 2020

LINZ. Aufatmen bei Sportvereinen: Der Service kann durch Arbeitslosen-Beschäftigungsaktion aufrechterhalten werden.

(Symbolbild) Bild: (colourbox.de)

Dem Sparkurs der Stadt wären beinahe die Mäharbeiten der Sportplätze von 39 Vereinen zum Opfer gefallen. Beinahe.

Die Aktion konnte zwar für 2017 noch im Frühjahr wegen einer Umschichtung von Finanzen zwischen den Ressorts von Sport-Stadträtin Karin Hörzing (SP) und Vizebürgermeister Bernhard Baier (VP), zuständig für den Bereich Stadtgrün, rechtzeitig gesichert werden.

Doch ab 2018 hätten die Vereine für die Kosten der Mäharbeiten selbst aufkommen müssen. Die sind von 808 Euro, die etwa der ÖTB Dornach pro Jahr kostet, bis zu 16.000 Euro für die Union Pichling sehr weit gestreut. Die Aufregung in den Hobby- und Meisterschaftsvereinen war groß. Mit einer Zwischenlösung konnte das nun abgewendet werden: Die Stadt bedient sich der "Aktion 20.000", durch die ältere Langzeitarbeitslose eine Beschäftigung erhalten. Damit gehen die Personalkosten für die Mäharbeiten auf null, das Sparpotenzial von 100.000 Euro, die Sport-Stadträtin Karin Hörzing als Spar-Vorgabe erhalten hat, kann eingehalten werden, sagt die SP-Politikerin im Gespräch mit den OÖNachrichten.

"Damit sind die Arbeiten für 2018 gesichert. Die Personalkosten trägt das Arbeitsmarktservice, die laufenden Kosten für Betriebsmittel übernehmen wir." Möglich sei dies durch eine Umschichtung in der Stadtkasse. Ausnahme sind Anschaffungskosten, etwa die Rasenmäher, die von den Einsparungen nicht betroffen sind. Doch die Lösung ist nicht auf Dauer. Denn das Projekt 20.000 könnte 2020 auslaufen (siehe Infokasten). Spätestens in zwei Jahren müsste dann erneut über die Finanzierung diskutiert werden.

Eine Möglichkeit, über die im zuständigen Ressort nachgedacht wurde, war die Anschaffung von Rasen-Robotern. Die Kosten hätten die Vereine zu einem Drittel übernehmen müssen. Das fand wenig bis gar keinen Anklang.

Vereine sind erleichtert

"Wir hätten uns die kolportierten 5200 Euro nicht leisten können. Auch wenn es einmalige Kosten gewesen wären", sagt Andrea Binder von der Union Kleinmünchen. Die Erleichterung ist bei dem 180-Mitglieder-Verein enorm. "Wir sind sehr erleichtert, dass das Thema vorerst vom Tisch ist. Es geht um die Jugendarbeit und dafür brauchen wir Unterstützung." Auch Kurt Baumgartner von der Askö Donau bringt dasselbe Argument hervor. "Beinahe die Hälfte unserer Mitglieder sind Kinder. Das ist eine große Verantwortung und eine große Aufgabe, die wir ohne Unterstützung nicht bewältigen könnten", sagt Baumgartner, der die Mäh-Roboter als Notlösung akzeptiert hätte.

Bereits vor einem Jahr, im Herbst 2016 haben SPÖ und FPÖ das Ende der Mäharbeiten auf Vereinssportplätzen durch die Stadt Linz beschlossen. Kritik kam von der VP. Mit der Lösung ist Vize-Bürgermeister Bernhard Baier (VP), der zwar nicht primär für die Agenda zuständig ist, sich aber als Grün-Referent im Frühjahr für die Beibehaltung der Mäharbeiten auf den Vereinssportplätzen eingesetzt hatte, zufrieden. "Die Idee kam spät, aber doch", sagte Baier.

Kritik zur Zusammenarbeit kam von seiten der Linzer Sozialdemokraten: "Die Tatsache, dass die Abwicklung der Mäharbeiten in das Ressort von Vizebürgermeister Baier fällt, erschwerte die Lösungsfindung nachhaltig", sagte Hörzing.

 

Mehr über das Projekt 20.000

Um älteren Langzeitarbeitslosen eine Anstellung und eine Perspektive zu bieten, wurde die Aktion 20.000 vom Sozialministerium initiiert. Die Finanzierung ist bis Ende 2019 gesichert, sagt Ministeriumssprecher Christoph Ertl den OÖN. "Am 1. Juli ist die Arbeitsmarktinitiative in Pilotregionen gestartet, eine davon ist Linz. Ab 2018 wird die Aktion 20.000 auf ganz Österreich ausgeweitet."

In der Landeshauptstadt werden Projektteilnehmer bereits im Magistrat und in den städtischen Seniorenzentren eingesetzt. Drei Personen sollen für Mäharbeiten zuständig sein.

 

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Artikel Valentina Dirmaier 13. September 2017 - 00:04 Uhr
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