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Mehrfachsteckdose als Brandherd vielfach unterschätzt

LINZ. Brandverhütungsstelle: Auf Leistungsobergrenze der Verteilerdosen achten.

Brand

Symbolbild Bild: BVS

932 Elektro-Brände mit einer Gesamtschadenssumme von mehr als 56 Millionen Euro wurden letztes Jahr verzeichnet. Neben Akkus sind ihre Hauptverursachungsquelle Mehrfachsteckdosen, weiß Arthur Eisenbeiss, Sprecher von der BVS-Brandverhütungsstelle OÖ: „Die Zahl der Elektrogeräte nimmt stetig zu, in vielen Haushalten werden an Mehrfachsteckdosen bis zu fünf Geräte gleichzeitig angeschlossen, handelt es sich dabei um besonders verbrauchsintensive Geräte, wird damit ein hohes Risiko eingegangen.“ Nicht nur die einzelnen Steckdosen können überlasten, auch die Steckerleiste hat eine Leistungsobergrenze die nicht überschritten werden darf.

„Mehrfachsteckdosen wie ein Kaffeehäferl behandeln“

Die maximale Verteilerobergrenze sollte auf der Steckdosenleiste angegeben sein, ist dies nicht der Fall, sollten nur so viele Geräte parallel eingeschalten werden, dass die Leistung von 2000 Watt nicht überstiegen wird. „Behandeln Sie Mehrfachsteckdosen wie ein Kaffeehäferl“, rät Armin Kaltenegger vom Kuratorium für Verkehrssicherheit. Auch das hat eine Kapazität. Leert man zu viel rein geht es über, ähnlich verhält es sich, bei Mehrfachsteckdosen an denen zu viele Geräte hängen. Oft reiche es schon aus, wenn in der Küche der Toaster und die Kaffeemaschine zur selben Zeit in Betrieb genommen werden, wird zusätzlich ein drittes Gerät zugeschalten, ist der Verteiler bereits überlastet. In dieser Situation muss nicht, kann aber die Mehrfachsteckdose so heiß werden, dass sie zu brennen beginnt. Eintreten kann das insbesondere dann, wenn die genutzten Geräte alt und die Kontakte der Steckerleiste verschmutzt oder gar beschädigt sind. Mehrfachsteckdosen die älter als zehn Jahre alt sind, sollten zudem ausgetauscht werden. Beim Kauf ist auf Prüfsiegel wie das „CE oder GS-Zeichen“ zu achten, diese garantieren, dass das Produkt den Sicherheitsanforderungen entspricht. Dazu kommt, dass Mehrfachsteckdosen aus optischen Gründen häufig hinter Schränken oder unter dem Bett versteckt werden, was einen Wärmestau begünstigt und die Brandentstehung noch weiter unterstützt. Leistungsstarke Geräte sollten grundsätzlich an getrennten Wandsteckdosen angeschlossen werden. Abzuraten ist außerdem davon, „mehrere Mehrfachsteckdosen hintereinander zu hängen“. „Die Belastung addiert sich, das Risiko potenziert sich“, erklärt Eisenbeiss.

FI-Schalter, Rauchmelder und Feuerlöscher

Völlig ohne Schutz sind die Haushalte aber dennoch nicht: Ist der Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter) im Sicherungskasten in Takt, bemerkt dieser eine Fehlleitung des Stroms und unterbricht sofort den Stromkreislauf. Um zu überprüfen ob dieser funktioniert, sollte der FI-Schalter einmal jährlich getestete werden, empfiehlt Eisenbeiss. Dazu drückt man die Prüftaste des FI-Schalters, wodurch ein Fehlerstrom simuliert wird. Der Fehlerschutz-Schalter sollte damit sofort ausgelöst werden, bleibt dies aus ist ein Elektrotechniker zu kontaktieren.
Unabdingbar ist die Installation mindestens eines Rauchwarnmelders pro Haushalt und die Aufbewahrung eines Feuerlöschers. Bedenklich sei laut Eisenbeiss, dass in nur 40 Prozent aller Haushalte ein Rauchwarnmelder zu finden sei und sich gerade einmal in jedem zweiten Haushalt ein gewarteter Feuerlöscher befände. „Viele lagern den Feuerlöscher zudem im Keller, bei einem Küchenbrand wird dieser dort wenig nützen“, bemerkt Kaltenegger.

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Artikel (cruz) 14. November 2017 - 16:48 Uhr
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