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Leihräder in Linz: Unternehmen aus Singapur klopfte bei der Stadt an

LINZ. Unternehmen OBike ist seit kurzem in Wien aktiv und stellte auch in Linz Konzept vor.

Leihräder in Linz: Unternehmen aus Singapur klopfte bei der Stadt an

In Wien platzierte das Radverleih-Unternehmen Obike bereits 500 Räder. Die Firma hat auch in Linz angeklopft. Bild: Mobilitätsagentur Wien

Sie haben knallige Farben und stehen an vielen Fahrradständern: Leihfahrräder privater Firmen erobern derzeit zahlreiche Städte in Europa. Vor allem Anbieter aus Asien sind auf diesem Markt aktiv. Obike mit Sitz in Singapur platzierte im August etwa in Wien 500 Fahrräder, das chinesische Unternehmen Ofo 200 Stück.

Auch Linz plant derzeit, wie berichtet, den Aufbau eines Verleihsystems. Im August wurde OBike auch schon bei der Stadt vorstellig und präsentierte ein Konzept.

Anderes Modell bevorzugt

Allerdings entspricht dieses nicht ganz jenem Modell, das Infrastrukturstadtrat Markus Hein (FP) bevorzugt. Denn bei OBike stellen die Nutzer – ähnlich wie beim Car-sharing – die Leihräder an einem beliebigen Ort ab. "Uns wäre ein stationsgebundenes Modell mit fixen Abstellplätzen lieber, ähnlich den Citybikes in Wien", sagt Hein. "Zudem ist OBike ab der ersten Minute kostenpflichtig. Wir möchten gern ein System, bei dem das Rad in der ersten Stunde kostenlos genutzt werden kann." Auch das sei bei den Citybikes der Fall.

Einen Grundsatzbeschluss zum Aufbau eines Radverleihsystems gibt es schon, bei der nächsten Gemeinderatssitzung am 21. September soll der Antrag angenommen werden. Danach wird die Lizenz EU-weit ausgeschrieben. "Ich rechne damit, dass wir im ersten oder zweiten Quartal 2018 einen Partner gefunden haben", sagt Hein.

Zunächst sollen rund 40 Stationen mit je fünf bis zehn Rädern in der Innenstadt aufgestellt werden. Der Betreiber soll die geschätzten Kosten von 1,5 Millionen Euro mittels digitaler Werbeflächen bei den Stationen erwirtschaften. Haben sich die Investitionen amortisiert, möchte die Stadt an den Werbeeinnahmen mitverdienen.

Logistik und Ordnung

Beide Modelle – das stationslose von OBike und Ofo als auch das stationsgebundene à la Citybike Wien – hätten Vor- und Nachteile, sagt Alec Hager, Sprecher der Radlobby Österreich. In Wien gibt es derzeit rund 1500 Citybikes und 900 Leihräder von Ofo, Obike und der dänischen Firma Donkey Republic. "Der Vorteil am Modell Citybike ist, dass dahinter eine funktionierende Logistik steckt", so Hager. "Die Räder werden umverteilt, damit die Stationen immer gut gefüllt sind." Es gebe keine Probleme mit der Ordnung, die Räder stünden nicht irgendwo herum. "Allerdings muss man genau zu den Stationen fahren und von dort zu Fuß gehen." Das klappe gut, wenn die Netzdichte ausreiche.

Beim stationslosen Modell sind die Nutzer ungebundener. Ohne entsprechende Logistik bestünde aber die Gefahr, dass die Räder ungeordnet herumstehen, wie in München, wo 7000 Leihräder bereits zum Ärgernis werden.

Insgesamt hätten Leihräder aber einen Beitrag dazu geleistet, Wien fahrradfreundlicher zu machen, sagt Hager: "Aber ein Verleih alleine reicht nicht aus. Es braucht auch eine fahrradfreundliche Politik. Was nützen Leihräder, wenn die sicheren Radwege fehlen?"

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Artikel Luise Walchshofer 14. September 2017 - 05:48 Uhr
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