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Künstler machen aus Handelshafen eine Freiluft-Galerie

LINZ. Unter dem Titel "Mural Harbor" fördert BoxxOffice-Team internationale, urbane Kunst im Hafengebiet.

Insgesamt 15 mal 30 Meter ist es groß. Das Gemälde, das der Spanier mit dem Künstlernamen ARYZ im Linzer Handelshafen auf Mauer gebannt hat. "Ich habe eine Woche lang fast ohne Pausen gearbeitet", sagt der 25-Jährige. Das Bild, das eine Mutter mit einem griesgrämig dreinschauenden Kind zeigt, ist eines der größten, das der Street-Art-Künstler je gemacht hat. Im Gespräch überlegt er sich spontan, dass er das Bild "Überbehütet" nennen wird.

Internationale Künstler machen aus dem Handelshafen eine Freiluft-Galerie

Eine Woche lang arbeitete der Spanier ARYZ an seinem Riesengemälde. (Bild: Weihbold)

Üblicherweise arbeitet ARYZ mit Spraydosen, wie auf dem Bild unten zu sehen – auf einem alten Kahn lässt er dort seinem Stil freien Lauf. Doch das große Gemälde an einem verlassenen Fabriksgebäude im Hafen hat er mit Rollen, Pinsel und üblicher Wandfarbe kreiert. "Egal ob gesprayed oder gemalt, bei dieser Form der Kunst geht es darum, mit dem Rundherum zu spielen. Die Gebäude und großen Wände stehen oft schon für sich selbst. Das Bild, das entsteht, ist dann quasi Teil eines Gesamtkunstwerks", sagt ARYZ. Mit seinem großflächigen Fassaden-Bild soll er einer von vielen Künstlern werden, die aus dem Linzer Hafengebiet eine Freiluft-Galerie werden lassen sollen.

 

Internationale Künstler machen aus dem Handelshafen eine Freiluft-Galerie

 

Seit 2005 hat sich ARYZ der Street-Art verschrieben. (Bild: Weihbold)

Wandgemälde am Hafen

Leonhard Gruber holte den Spanier nach Linz. "Ich entscheide nach Geschmack, wen ich einladen möchte." Gruber ist Projektleiter von "Mural Harbor". Die Idee zur Bespielung des Industriegebietes mit urbaner Kunst entstand vor etwa vier Jahren. Bei dem Hafenfestival "Bubble Days" 2011 malte der Berliner Künstler STOHEAD das erste Riesen-Gemälde auf einen alten Silo der Linz-AG. Für Gruber nicht genug: "Jetzt geht’s darum, dass wir den Hafen das ganze Jahr über bespielen wollen. Es geht um eine sinnvolle Nutzung und um Kommunikation." Schon jetzt wird bei Hafenrundfahrten über die Wand-Kunst gesprochen. "In anderen Städten wie Paris gibt es eigene Rundgänge und Hafenrundfahrten auf den Spuren der Wandbilder." In Linz wäre das in Zukunft auch möglich, denn jährlich sollen zwei bis drei neue Bilder dazukommen. Die Gemälde sind bewusst so angelegt, dass sie nur vom Wasser aus in der optimalen Perspektive zu sehen sind.

Internationale Künstler aus der Street-Art-Szene sollen mit ihren Bildern Emotionen hervorrufen, Geschichten erzählen und das Hafenviertel damit aufwerten. Ähnlich wie bei der Höhlenmalerei, will auch "Mural Harbor" als Zeitzeuge und Berichterstatter der Zivilisation dienen. "Eine Fläche von insgesamt 5000 Quadratmetern soll in den nächsten zwei Jahren neu gestaltet werden. Dadurch soll die größte zusammenhängende Galerie des Planeten entstehen", sagt Gruber.

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Artikel Sandrine Wauthy 02. April 2014 - 00:04 Uhr
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