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Jährlich 2000 Menschen mehr in Linz - Wie viele Einwohner verträgt die Stadt?

LINZ. 205.921 Linzer wurden mit 1. Jänner 2018 gezählt, und der Zuzug hält unvermindert an Laut Prognose werden in zehn Jahren rund 225.000 Menschen in Linz wohnen.

In Linz kauft sich gut ein – Untersuchung bescheinigt Stadt höchste Attraktivität

Bild: VOLKER WEIHBOLD

Es geht kontinuierlich nach oben. Seit 2011 wächst Linz Jahr für Jahr um mindestens 2000 Einwohner (siehe Grafik oben), und nichts deutet darauf hin, dass sich dies ändern wird. Im Gegenteil.

"Bleibt die Wirtschaft stabil und ändern sich die Rahmenbedingungen auch sonst nicht gravierend, wird Linz in zehn Jahren 220.000 bis 225.000 Einwohner haben", sagt Bürgermeister Klaus Luger (SP). Ein Problem sieht er darin nicht. "Wenn es uns gelingt, Linz zur innovativsten Stadt Österreichs zu machen, zieht das Menschen an, die uns weiterbringen." Da sehe er auch mit 230.000 oder 240.000 Linzern kein Problem. "Wichtig ist, dass weiterhin die Hälfte der Stadt Grünland bleibt", sagt Luger.

Eine Obergrenze in Sachen Zuwanderung hält auch Vizebürgermeister Bernhard Baier (VP) nicht für notwendig. 15.000 bis 20.000 neue Linzer vertrage die Stadt problemlos, "allerdings müssen wir darauf achten, wer zuzieht, damit die Probleme bei der Integration nicht noch größer werden", sagt Baier, der auf den vermehrten Bau von geförderten Eigentumswohnungen drängt.

"Unbegrenztes Wachstum ist schwierig, aber eine Obergrenze kann man noch nicht festlegen", sagt der für Stadtplanung zuständige Stadtrat Markus Hein (FP). Die Grundsatzfragen der künftigen Entwicklung von Linz müsse man im künftigen Stadtentwicklungsplan festlegen, sagt der FP-Politiker.

Eine Obergrenze sei nicht die wirklich entscheidende Frage in der Linzer Stadtplanung, sagt Umweltstadträtin Eva Schobesberger (Grüne): "Wir brauchen kluge Lösungen, so dass die Menschen zum Beispiel nicht auf das Auto angewiesen sind." Die Stadt solle die Abteilung für Stadtentwicklung ausbauen, anstatt sie weiter zu verkleinern.

"Man muss über Eingemeindungen nachdenken"

"Man muss über Eingemeindungen nachdenken"

„Selbst wenn in Linz weitere Hochhäuser entstehen, ist irgendwann die Fläche erschöpft“, sagt der für die Stadtplanung zuständige Linzer Infrastrukturstadtrat Markus Hein (FP). Denn die bestehenden Grünflächen müsse man erhalten, so Hein: „Darum muss man auch über Eingemeindungen nachdenken.“ In diese Diskussion müsse man auch die Bevölkerung einbeziehen, sagt Hein.

Diskussion über „Groß-Linz“

Das ist natürlich eine heikle Diskussion, die bereits im Jahr 2003 schon einmal heftig geführt worden ist. Ausgangspunkt war damals eine Studie des früheren Linzer Kontrollamtschefs Friedrich Klug. Im Zentrum stand die Schaffung von „Groß-Linz“ durch die Eingemeindung von Leonding, Pasching, Ansfelden, Asten, Hörsching, Traun, Steyregg und Puchenau.

Planung aus einer Hand

Doch zurück zur Gegenwart: Sinn würde eine Eingemeindung mancher Nachbarn schon ergeben, sagt Bürgermeister Klaus Luger (SP). Denn „eine Planung aus einer Hand hätte für den Zentralraum sicher Vorteile.“ Er könne sich aber schwer vorstellen, dass der Wille dafür bei den Nachbargemeinden vorhanden sei, sagt Luger.

„Für eine gemeinsame Planung bin ich sehr“, sagt auch VP-Chef Vizebürgermeister Bernhard Baier. „Eine Stadt-Region zu definieren und unter der Führung von Linz als größter Kommune die Entwicklung der Region gemeinsam auszuarbeiten, wäre absolut wünschenswert“, sagt Baier.

Barcelona: Kaum größer als Linz, aber 1,6 Millionen Einwohner

Barcelona: Kaum größer als Linz, aber 1,6 Millionen Einwohner

Die geringe Größe von Linz (96 Quadratkilometer) sei ein besonderes Problem für das Bevölkerungswachstum der Stadt, sagen Experten. Dass eine kleine Stadtfläche nicht zwangsläufig einer relativ geringe Einwohnerzahl zur Folge hat, ist am Beispiel Barcelona ablesbar.

Die Hauptstadt der spanischen Region Katalonien ist nur sechs Quadratkilometer größer als Linz. Doch auf diesen 102 Quadratkilometern am Mittelmeer leben 1,6 Millionen Menschen, acht Mal so viel wie in Linz.

„Die Dichte der Bebauung ist enorm, trotzdem gibt es in Barcelona relativ viele Freiflächen“, sagt der Linzer Neos-Gemeinderat und Stadtentwickler Lorenz Potocnik, der derzeit in Barcelona ist. Die katalanische Hauptstadt ist seit vielen Jahrzehnten sehr dicht bebaut, durchwegs in Form der Blockrandbebauung. „Diese Blockrandbauten sind aber sechs bis neun Geschoße hoch“, sagt Potocnik.

Für weiteres Bevölkerungswachstum in Linz sei ein Entwicklungsplan nötig: „Bebaubare Flächen gibt es noch genug, zum Beispiel am Hafen, durch die Erweiterung der Grünen Mitte und durch das Schließen von Baulücken.“
Eine Einwohner-Obergrenze für Linz könne erst nach Vorliegen einer seriösen Studie genannt werden, doch das weitere Wachstum sei Faktum, sagt der Neos-Gemeinderat: „Wir müssen auch überlegen, wie Linz und Wels zusammenwachsen sollen.“

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Artikel Anneliese Edlinger und Erhard Gstöttner 13. März 2018 - 00:04 Uhr
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