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"Ich hinterlasse lieber neue Fußstapfen, als vorhandenen hinterher zu gehen"

LINZ. Seit 27 Jahren arbeitet Martin Hainberger im Linzer Casino, seit kurzem ist er Direktor

"Ich hinterlasse lieber neue Fußstapfen, als vorhandenen hinterher zu gehen"

Seit fünf Wochen darf sich Martin Hainberger Casino-Direktor nennen. Zuvor war er 20 Jahre im Marketing des Betriebes beschäftigt. Bild: Casino Linz

Die Würfel sind gefallen: Seit 1. Juli ist Martin Hainberger als Direktor des Linzer Casinos für den Betrieb verantwortlich. Bis Ende Oktober steht dem 49-Jährigen noch sein Vorgänger Josef Kneifl, der 21 Jahre die Casino-Geschicke gelenkt hat, zur Seite. Die OÖNachrichten sprachen mit Hainberger über seinen neuen Job, die Zusammenarbeit mit Schauspielern und über die ungewohnte Anrede als "Herr Direktor".

 

OÖNachrichten: Schon daran gewöhnt, dass die Kollegen Herr Direktor zu Ihnen sagen?

Martin Hainberger: Nein, gerade vorhin hat wer Guten Morgen Herr Direktor zu mir gesagt. Da hat’s mich gerissen, ich habe zuerst geglaubt, dass Josef Kneifl hinter mir steht.

Ihr Vorgänger gehörte zum Casino-Betrieb wie die Roulette-Tische. Dementsprechend groß sind die Fußstapfen, in die Sie jetzt treten.

Daran denke ich nicht. Ich bin ja auch schon 27 Jahre im Casino (Hainberger war zuvor als Marketingleiter tätig, Anm.). Ich hinterlasse lieber neue Fußstapfen, als vorhandenen hinterher zu gehen.

Was haben Sie sich für die ersten Wochen vorgenommen?

Ich möchte überall einmal mitarbeiten und damit zeigen, dass mir alle Bereiche wichtig sind. Angefangen von der Reinigung bis hin zur Garderobe. Dadurch sollen die Mitarbeiter auch das Gefühl bekommen, dass sie jederzeit zu mir kommen können.

Werden die Gäste Sie auch hinter den Spieltischen sehen?

Nein das habe ich nicht gelernt. Ich werde aber sicher Schlussdienste, die bis 3 Uhr morgens dauern, mitmachen.

Das Glücksspiel hat sich in den vergangenen Jahren stark in den Online-Bereich verlagert. Wie schwierig macht es das Konkurrenz-Angebot, die Spieler in das Casino zu locken?

Es geht nicht in erster Linie nur um Online-Glücksspiel oder auch Spielautomaten. Das gesamte Unterhaltungsangebot ist in den vergangenen Jahren viel größer geworden. Deshalb ist auch die Inszenierung wichtig. Um diese weiter zu verbessern, möchte ich künftig mit Regisseuren und Schauspielern zusammenarbeiten. Ich kann mir auch Veranstaltungen wie eine Burlesque-Show vorstellen.

Wie sehr hat sich das Glücksspiel in den vergangenen Jahren verändert?

Poker stagniert mittlerweile, dafür ist Roulette nach wie vor sehr populär. Geändert hat sich dabei aber die Dauer der einzelnen Spiele. Früher haben die Gäste mehr die französische Roulette-Variante gespielt, heute ist es die amerikanische. Dabei ist der Spielverlauf schneller.

Las Vegas gilt ja als das Casino-Mekka schlechthin. Was kann man sich als österreichischer Betrieb abschauen?

Gar nicht so viel, wie manche vielleicht glauben. Was man von den Betrieben in Las Vegas aber schon lernen kann ist, welche Shows es dort gibt. Ansonsten ist das in Amerika völlig anders aufgebaut und auch steuerrechtlich ganz anders als bei uns.

Als Casino-Mitarbeiter haben Sie in österreichischen Betrieben Spielverbot. Fällt Ihnen das manchmal schwer?

Im Ausland darf ich ja spielen. Der Aufwand dafür, extra über die Grenze zu fahren, wäre mir aber zu hoch. Wenn ich aber Urlaub mache und dort gibt es ein Casino, kann es sein, dass ich spiele. Ab und zu sollte man das als Casino-Mitarbeiter machen, um das Gefühl für die Gäste nicht zu verlieren.

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Artikel Christopher Buzas 05. August 2016 - 00:04 Uhr
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