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Hafenviertel ist für Studienautor ein Vorbild mit viel Luft nach oben

LINZ. Stefan Höffinger schlägt für den Linzer Hafen ein integriertes Gesamtkonzept vor.

Hafenviertel ist für Studienautor ein Vorbild mit viel Luft nach oben

Der Linzer Hafen ist Vorbild für andere, hat aber noch viel Potenzial. Bild: (privat)

Mehr Kräne, größere Lager und immer mehr Container für den Warenumschlag: die Zahl der Menschen, die in Häfen tätig sind, nahm jahrelang ab. "Jetzt kommt wieder ein Schuss Mensch dazu – das beweist auch der Linzer Hafen", sagt Stefan Höffinger. Der Oberösterreicher führte mit seinem strategischen Beratungsunternehmen "hoeffingersolutions" bereits Studien über die weltbesten Flughäfen und Universitäten durch. Nun legte der 50-Jährige mit einer internationalen Studie über See- und Binnenhäfen nach.

"Hot Spot" für Straßenkunst

Die Quintessenz daraus: Häfen dürfen sich nicht nur auf ihr Kerngeschäft Logistik konzentrieren. Sie müssen sich zu einem innovativen Standort für Startups weiterentwickeln und sich auf Stadtentwicklung, ihre Bewohner, Besucher und Beschäftigten ausrichten.

Vorreiter dafür ist unter anderem die Hamburger "HafenCity" – aktuell Europas größtes innerstädtisches Stadtentwicklungsprojekt. Bis 2030 sollen unter dem Motto "Leben und Arbeiten am Wasser" 7000 Wohnungen und 45.000 Arbeitsplätze entstehen. Auch der Linzer Hafen ist in Höffingers Studie als Vorzeigebeispiel genannt, wie ein nüchterner Container-Terminal zu einem "Hot Spot" für Straßenkunst werden kann. Seit 2012 haben dort Künstler aus 25 Nationen rund 100 Graffiti-Kunstwerke auf die grauen Wände gesprayt und damit den Linzer Hafen zu einem Anziehungsort für zahlreiche Touristen verwandelt. "Damit ist Linz für andere Häfen absolut ein Vorbild", sagt der in Linz geborene Höffinger. Dennoch schlage sich das Hafenviertel seiner Einschätzung nach derzeit noch unter Wert: "Wenn man vom Brucknerhaus über das Steigenberger Hotel zum Linzer Hafen geht, dann sieht man, dass es noch viel Potenzial geben würde." Aus Sicht von Höffinger brauche es ein integriertes Gesamtkonzept, um die einzelnen Elemente, wie zum Beispiel Wohnungen, Tabakfabrik und Straßenkunst miteinander zu verbinden. "Die Wassernähe ist für die Standort- und Aufenthaltsqualität positiv."

Die Stadt könne in Linz etwas Einzigartiges schaffen, "denn so einen Hafen gibt es weder in Graz, Salzburg noch in Innsbruck", sagt Höffinger. Sein Vorbild für Linz ist der Medienhafen Düsseldorf. "Für die ganze Region wäre es gut, wenn es einen spannenden Standort gäbe."

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Artikel René Jo. Laglstorfer 05. September 2017 - 00:04 Uhr
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