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Dieser Markt ist mehr als ein Handelsplatz

OTTENSHEIM. Leben an der Donau ist etwas Besonderes. Die Vielfalt dieses Lebens am großen Fluss im Großraum Linz stellen „Land&Leute“ in einer Serie vor. Lesen Sie zum Auftakt über den Wochenmarkt von Ottensheim.

Dieser Markt ist mehr als ein Handelsplatz

Ottensheim an der Donau: In der 783 Jahre alten Marktgemeinde findet seit 14 Jahren wieder jeden Freitagnachmittag ein Markt statt. Bild: gsto, Weihbold

Es gibt Linzer, die kommen extra wegen des Dinkelbrotes auf den Ottensheimer Wochenmarkt, jeden Freitagnachmittag. Legendär ist auch das Schweinsbratenbrot am Stand von Gabriele Fölser.

Die Mischung macht’s

Andere schwärmen vor allem vom Ottensheimer Thor-Wirtshausbier, das auf dem Markt ausgeschenkt wird. Vielgerühmt ist auch das Mangalitza-Schweine- und ebenso das Ziegenfleisch des Architekten und Hobby-Landwirts Adalbert Böker.

Das bodenständige Warenangebot ist ein Teil, der den Ottensheimer Wochenmarkt so faszinierend macht. Es ist auch die besondere Atmosphäre, die so viele Menschen anzieht. Menschen unterschiedlichster Herkunft. Da plaudert der Unternehmer mit dem Pensionisten, die Hausfrau mit dem Gemüsebauern, der Marketingmann mit dem Wirt, der Bankmanager mit Künstlern. Denn auch die sind Stammgäste auf dem Ottensheimer Wochenmarkt, als normale Konsumenten.

So sind oft die Schauspieler Ingrid Höller und Ferry Öllinger (der Inspektor Kroisleitner in der TV-Serie „Soko Kitzbühel“) anzutreffen. Häufig auf dem Markt ist auch Schriftsteller Rudolf Habringer, zuletzt für seinen jüngsten Roman „Engel zweiter Ordnung“ im deutschsprachigen Feuilleton gerühmt.

„Der Wochenmarkt ist ein idyllischer Treffpunkt und ein wunderbares Kommunikationszentrum, in dem man sehr gute Lebensmittel zu vernünftigen Preisen kaufen kann“, sagt der in Ottensheim lebende Pädagoge und OÖNachrichten-Jazzkritiker Christoph Haunschmid. Inmitten der vielen gutgelaunten Menschen ist auch Pater Theobald Grüner anzutreffen, der Pfarrer von Ottensheim.

Eine Seele des Wochenmarktes ist Adolf Pargfrieder. Ohne den Pensionisten würde die allwöchentliche Veranstaltung nicht funktionieren. Auf einem von einem alten Steyr-Traktor gezogenen Anhänger bringt er die Sonnenschirme, Bierbänke und andere nützliche Dinge.

Dass der Markt gut funktioniert, liegt auch an der Örtlichkeit. Denn der zur Jahrtausendwende nach Plänen des renommierten Architekten Boris Podrecca neu gestaltete Marktplatz ist nicht nur schön, sondern auch praktisch. So gibt es fixe Strom- und Wasseranschlüsse, damit keine Schläuche und Kabel herumliegen und zu Stolperfallen werden.

Was nun tausende Menschen zum Schwärmen bringt und mittlerweile sogar in Bayern bekannt ist, begann vor 14 Jahren. Gerti Walchshofer, die damalige Wirtin des Gasthauses „Grüner Baum“, stellte ein Standl vor ihrem Betrieb auf und bot dort Strudel und Knödel an.

Am Anfang angefeindet

„Damals wurde ich ausgelacht und schief angeschaut“, erzählt die ehemalige Gastronomin, die nun in der einstigen Fleischerei Walchshofer in der Ottensheimer Linzer Straße ein Delikatessengeschäft betreibt.

„Die Gewerbetreibenden haben mich anfangs angefeindet. Aus Ottensheim hat zunächst niemand mitgemacht“, sagt Walchshofer. Nun gibt es haufenweise Anfragen von Interessenten, die ihre Waren in Ottensheim anbieten wollen. „Aber wir bleiben bei unserer Linie: nur Lebenmittel und Pflanzen“, sagt die Mutter des Ottensheimer Wochenmarktes.

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Artikel Erhard Gstöttner 17. Mai 2011 - 00:04 Uhr
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