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Aufgesprühte Kunstwerke machen den Linzer Handelshafen zur bunten Galerie

LINZ. Künstler aus acht Nationen machen aus dem Industriegebiet eine Galerie.

Aufgesprühte Kunstwerke machen den Linzer Handelshafen zur bunten Galerie

Hafendirektor Harald Kronsteiner und Leonhard Gruber vor dem 20. Graffiti, das in der Hafengalerie gesprayed wurde. Bild: VOLKER WEIHBOLD

Sich stundenlang anstellen, um Kunstwerke betrachten zu können. Bei Museen nicht unüblich. In der Landeshauptstadt gibt es aber eine Galerie, in der die Gemälde zu jeder Tages- und Nachtzeit begutachtet werden können, vorausgesetzt man packt eine Taschenlampe ein.

Im Linzer Handelshafen wächst die Open-Air-Galerie stetig an. Erst vergangene Woche hat der sogenannte Mural Harbor sein bislang 20. Gemälde aufgesprüht bekommen. An einem Gebäude in der Regensburgerstraße haben sich die beiden Graffiti-Künstler Phekt und Shue verewigt. "Einen Tag haben die beiden an ihrem Kunstwerk gearbeitet", sagt Leonhard Gruber. Er ist sozusagen der Initiator der Hafengalerie.

Mit ihrem gesprayten Kunstwerk haben Phekt und Shue nicht nur ihr 20-jähriges Sprayer-Jubiläum gewürdigt. Ihr Werk ist auch eine Hommage an die Linzer "Stay Original Jams". 1995 wurde im Rathaus erstmals dieses Hip-Hop-Fest veranstaltet. Viele Künstler haben sich von den legendären Veranstaltungen, dem Flair der Hip-Hop-Kultur und der Graffiti-Kunst beeinflussen lassen. Wie die Sprayer Phekt und Shue. Dass Künstler wie die beiden Oberösterreicher überhaupt offiziell ihre Kunstwerke im öffentlichen Raum präsentieren können, ist nicht selbstverständlich.

Kunst im öffentlichen Raum

Im Linzer Hafen zählen die Gemälde aber mittlerweile zu schönen Überraschungen. "Zu Beginn wollte ich noch die Entwürfe der Bilder sehen. Mittlerweile freue ich mich, wenn ich wieder wo ein buntes Hafengemälde entdecke", sagt Harald Kronsteiner. Freilich gefallen dem Hafendirektor nicht alle der 20 Bilder, die von Künstlern aus acht Nationen gemalt wurden. Aber durch die Spray-Kunst werde der Industriehafen belebt, ist der 47-Jährige überzeugt. Überzeugt von der Open-Air-Hafengalerie ist nicht nur Leonhard Gruber. Auch die Graffiti-Künstler wollen nur ihr Bestes zeigen. "Das sind keine Übungsflächen für Newcomer. Mich freut’s, wenn wir Anfragen bekommen, aber niemand möchte sich hier nur austoben, sondern echt sein Können zeigen."

In anderen Städten der Welt können Graffiti-Künstler in Abrissvierteln oder an leeren Wänden ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Im Hafen ist das inmitten der Betriebsamkeit offiziell erlaubt. Und die Sprüh-Gemälde zählen fast schon zu touristischen Highlights.

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Artikel Sandrine Wauthy 03. Dezember 2014 - 00:04 Uhr
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