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Analyse: Verkehrsertüchtigung

Als vor 40 Jahren die Autobahn durch Linz entstand, empfanden das viele als Fortschritt. Doch schon bald erfuhren die Bewohner der Linzer Stadtteile Bindermichl und Spallerhof, dass die Theorie der autogerechten Stadt in der Praxis unangenehm ist, weil sie laute und abgasintensive Wirkungen hat. Umso mehr, wenn die Autobahn wie am Bindermichl nur wenige Meter von den Wohnhäusern entfernt liegt.

Es bedurfte vieler Anläufe von Anrainern, bis endlich Lärmschutzwände entlang der A7 aufgestellt wurden. Wirkliche Abhilfe waren diese Wände nicht. Und es grenzte fast an ein Wunder, dass schließlich die Autobahn (sündteuer) überbaut wurde, die Autos unter unter einer Betondecke verschwanden. So entstand ein Park, der Bindermichl und Spallerhof verbindet und bei allen Generationen vom Kleinkind bis zum Opa als Erholungsfläche beliebt ist.

Doch nicht diese Wohltat war das Motiv für den Bau des Bindermichl-Tunnels. Mancher Politiker spricht (hinter vorgehaltener Hand) aus, was wirklich dahintersteckt: „Verkehrsertüchtigung.“

Anders ausgedrückt: ermöglichen, dass weiterhin täglich mehr als 100.000 Autos auf der A7 durch die Stadt fahren können. Und wird irgendwann der Westring doch gebaut, dann kommen noch mehr Autos – dank einer Verkehrspolitik, deren Grundlagen aus den Sechzigerjahren stammt.

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Artikel Erhard Gstöttner 04. August 2011 - 00:04 Uhr
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