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Als der Bautrupp kam, war das Ende endgültig da

LINZ. Ohne Zwischenfälle, nur begleitet von ein paar wenigen Buh-Rufen und Pfiffen wurde in der Nacht auf Samstag die Eisenbahnbrücke in Linz endgültig für den Verkehr gesperrt.

Abschied

Auch die Fahrradfahrer haben sich von der Linzer Eisenbahnbrücke verabschiedet und sie noch ein letztes Mal gemeinsam überquert. Bild: Weihbold

Als sich von der Linzer Seite der Eisenbahnbrücke der Bautrupp mit Lkw samt Sperrvorrichtungen über die Donauquerung schob, war Samstag früh um 0.30 Uhr klar, dass es nun vorbei ist, mit der „alte Dame“ als Verkehrsverbindung zwischen Linz und Urfahr. Zu diesem Zeitpunkt waren noch einige Fußgänger auf der Brücke, die im Schritttempo mit dem Lkw mitgingen, die wirklich letzten Momente auf der Brücke auskosteten. Auf der Urfahraner Seite der Brücke wirkte die Szenerie ein wenig wie eine Silvesterfeier. Menschen waren mit der Erwartung gekommen, dass nun etwas passiert, bei dem man dabei sein. Im Unterschied zu Silvester gab es keine Raketen, dafür Funkenflüge von den Flex-Maschinen. „Das schaut ja aus, als würden sie mit dem Abtragen der Brücke gleich heute Nacht beginnen“, sagte eine Anrainerin den OÖNachrichten. „Wenn das so ist, dann kann ich eh da bleiben, weil schlafen wird schwierig.“

Nach etwas mehr als einer Stunde war aber das große Szenario zu Ende. Die Eisenbahnbrücke ist nun für den Verkehr gesperrt, sie wird schrittweise in den nächsten Wochen und Monaten abgetragen.

Zuvor wurde noch einmal Abschied genommen. Manche nahmen auf dem Heimweg die Brücke noch einmal mit, wie eine die Laufrunde von Freunden, für die die Brückensperre eine neue Laufstrecke notwendig macht. Denn bisher waren das Zusammentreffen von Läufern aus Linz und Urfahr beim Lindbauer und im Karlhof immer zeitlich so berechnet, dass der direkteste Weg über die Eisenbahnbrücke gewählt werden konnte. Nun müssen neue Treffpunkte und vor allem neue „Zeitmodelle“ errechnet werden. Aber auch das wird sich einspielen, waren sich alle sicher, als sie ein letztes Mal über die Eisenbahnbrücke gingen. Ein Lauf war zu nächtlicher Stunde kein Thema mehr.

Zudem  wurde getrommelt, mit Bier oder Wein angestoßen und fotografiert. Bis jeder sein Foto mit der Eisenbahnbrücke hatte. Zu diesem Zeitpunkt waren die Bauarbeiter dabei, jenes Bild zu schaffen, an das sich die Linzer Bevölkerung gewöhnen wird müssen: Einfahrt verboten. Eisenbahnbrücke gesperrt.

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Artikel Reinhold Gruber 27. Februar 2016 - 08:01 Uhr
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