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Abschied vom Café Jentschke mit Wehmut, Freude auf neue Tapas-Bar

LINZ. Innenstadt-Kaufleute freuen sich auf Belebung durch das Lokal des Ehepaars Seeber.

Abschied vom Café Jentschke mit Wehmut, Freude auf neue Tapas-Bar

Elfriede und Robert Seeber haben sich mit dem Café Jentschke eines der attraktivsten Lokale geschnappt. Bild: VOLKER WEIHBOLD

Es ist ein Abschied mit Wehmut vom Linzer Traditions-Café Jentschke. Doch das Rad der Zeit dreht sich. Viele kommentieren positiv, dass das Gastro-Ehepaar Elfriede und Robert Seeber an der Landstraße 24 mit Februar 2018 das Zepter übernimmt und ein Schmankerl-Lokal einrichtet, das auch dem Zeitgeist der Tapas-Kultur huldigt.

OÖNachrichten-Leser sind bereits seit gestern vorrangig informiert, dass das Jentschke im Jänner 2018 schließt, Betreiber Hans Peter Kasper (63) nach 38 Jahren aus gesundheitlichen Gründen und altersbedingt aufhört und der Kasper-Keller ab der Übergabe bis auf Weiteres geschlossen wird.

"Wenn die Seebers etwas anpacken, wird das sicher gut. Wir brauchen eine gastronomische Belebung. Mit dem Klosterhof sind wir nun arm dran", sagt Matthias Wied-Baumgartner, ein alteingesessener Kaufmann an der Landstraße. Auch er spürt, dass sich freie Flächen nicht mehr so leicht vermieten lassen.

"Schanigarten muss bleiben"

"Alles Schöne wertet auf", sagt Anita Katzengruber, die Chefin von "Kleider machen Leute" in der Herrenstraße. Denn auch die Nebenstraßen profitieren von mehr Frequenz. City-Ring-Obmann Werner Prödl schwärmt gar von den "Champs-Elysées" von Linz, die die Landstraße mit einem attraktiven kulinarischen Angebot werden könnte. "Den wunderbaren Schanigarten werden die Seebers wohl lassen", hofft Prödl.

Die Seebers bauen den Jentschke ab Februar 2018 drei Monate lang um. Eröffnet wird im Mai. Montag bis Samstag wird von 8 bis 24 Uhr offen sein. Es wird auch Kaffee und Elfis selbst gemachte Mehlspeisen, Schmankerl, Wein und viel Gemütlichkeit geben.

Elfriede und Robert Seeber führen bereits den Promenadenhof, einen Imbiss beim Hauptbahnhof und die WIFI-Gastronomie mit insgesamt 100 Mitarbeitern.

"Das die sich das in ihrem Alter antun, ist bewundernswert", sagt Wied-Baumgartner. Robert Seeber ist 62 Jahre alt, Elfriede "ein wenig" älter. Sie stammt aus Göpfritz im Waldviertel (Bezirk Zwettl) und ist als "Arbeits-Wurzn mit Herz" bekannt.

Robert Seeber kommt aus Linz, hat das Gymnasium Dachsberg besucht, war zwölf Jahre Studienreise-Leiter im Reisebüro Raml und wurde dann gastronomisch tätig. Er ist auch Bundesrat und Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Oberösterreich.

"Wir werden beide im neuen Lokal sein", sagt er, der "seit 25 Jahren gastronomisch Vollgas gibt". Beim Gasgeben hilft auch ein Junger. Marcel Krajnc (34), Seebers Partner im Wifi und aus einer Hintertuxer Hoteliersfamilie stammend, bekommt 30 Prozent an der neuen Seeber Genuss GmbH.

Das k.u.k. Oberstleutnant-Haus

Das k.u.k. Oberstleutnant-Haus

Das mächtige Haus an der Ecke Landstraße/Spittelwiese datiert bis ins Jahr 1842 zurück. Es gehört der früheren k.u.k. Oberstleutnant-Familie Hentz, die sich im Laufe der Zeit weltweit verzweigte. 35 Unterschriften, auch eingeholt in London und New York, waren für das Engagement des Ehepaars Seeber dort nötig. Das Lokal ist „sehr langfristig“ gemietet.

Linzer und Linzerinnen mit Erfahrung erinnern sich an das Delikatessengeschäft Jentschke, das seit den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts dort ansässig und auch Namensgeber für das Café Jentschke war. Hans Peter Kasper übernahm im Jahr 1979 das Delikatessengeschäft Jentschke von seinem Vater und führte es noch eineinhalb Jahre.

Den historischen Keller des Hauses hatte sein Vater bereits 1954 aktiviert und zum beliebten Lokal „Kasper-Keller“ (Eingang Spittelwiese) umgestalten lassen. Es ist auch für seine Jazz-Sessions berühmt, eine Leidenschaft des Lokalbetreibers Kasper. Der Gramastettner verabschiedet sich nun nach 38 Jahren in der Gastronomie.

Das Haus Landstraße 24 steht nicht unter Denkmalschutz, hat aber erhaltenswerte Elemente. Es soll, mit Bedacht auf Stil und Tradition, aufwändig umgebaut werden. 

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Artikel Karin Haas 07. Dezember 2017 - 04:37 Uhr
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