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60 Prozent Preisdifferenz bei Taxifahrten auf selber Strecke verärgert Kunden

LINZ. Kein fixer Tarif, wenn Fahrziel außerhalb der Stadtgrenze ist – Passagiere "nicht informiert".

Taxifahrer als Schlepper vor Gericht: "Würde mich nie illegal bereichern!"

Bild: APA

Die Erfahrung, dass der Preis für eine Taxifahrt auf ein und derselben Strecke stark abweichen kann, mussten kürzlich sechs junge Erwachsene machen. Vor wenigen Tagen hatten sie sich am späteren Abend bei einem Linzer Unternehmen ein Taxi bestellt, um von Linz-Urfahr nach Unterweitersdorf zu gelangen.

Die Firma schickte zwei Fahrzeuge. Am Ziel angekommen, war die Überraschung groß. Der Fahrer des ersten Taxis verlangte für die 18,4 Kilometer lange Strecke 30 Euro. Die Passagiere des zweiten Wagens mussten für dieselbe Strecke jedoch 48 Euro bezahlen. Das ist eine Differenz von 60 Prozent.

"Das ist ein absoluter Wahnsinn. Ich sage meinem Sohn und seinen Freunden immer, dass sie nicht mit dem eigenen Auto fahren sollen, wenn sie etwas trinken und dann passiert so etwas", sagt Kurt Hager, Vater von einem der betroffenen Passagiere. Noch dazu hätten einige Mitglieder der Gruppe die Strecke schon öfter per Taxi zurückgelegt und dafür "nie mehr als 30 Euro bezahlt".

Hager beschwerte sich daraufhin bei dem Linzer Unternehmen, dessen Geschäftsführerin für die OÖNachrichten gestern nicht erreichbar war. Der Protest des Urfahraners blieb erfolglos. Schließlich haben beide Taxifahrer den Bestimmungen entsprechend gehandelt. Denn was wohl so mancher Passagier nicht weiß, ist, dass bei Fahrten über die Stadt- beziehungsweise Tarifgrenze hinaus der Preis einer freien Vereinbarung unterliegt. Der Taxameter wird nicht eingeschaltet. Das geht aus den Bestimmungen des Linzer Taxitarifes hervor. "Darüber hat meinen Sohn und seine Freunde niemand aufgeklärt", sagt Hager.

Wirtschaftskammer verwundert

Bei der Wirtschaftskammer herrscht über die unterschiedlichen Fahrpreise ebenfalls Verwunderung. "30 Euro für diese Strecke zu verlangen, ist eine Okkasion", sagt Fachgruppengeschäftsführer Robert Riedl.

Schließlich müsse der Fahrer die Strecke nach Linz ja ohne Passagiere wieder zurückfahren und könne sich nicht, wie bei Fahrten innerhalb des Stadtgebietes zum nächsten Taxistandplatz stellen, um dort auf neue Kunden zu warten. Dass die jungen Erwachsenen vor Beginn der Fahrt nicht auf die Höhe des Fahrpreises hingewiesen wurden, sei nicht in Ordnung gewesen. "Wir schulen die Lenker, dass sie die Gäste darüber informieren sollen", sagt Riedl. Auch der Konsumentenschutz empfiehlt, vor Antritt der Fahrt einen Preis festzulegen.

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Artikel Christopher Buzas 25. Februar 2016 - 00:04 Uhr
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