Mit wildesten Spekulationen wird momentan um sich geworfen, wenn man in Schärding das Thema „Bahnhof“ anspricht. Es werde in eine Kleinstation wie Andorf umgebaut, wo es keine personelle Betreuung mehr gebe, erzählt man sich. Was wirklich an diesen Gerüchten dran ist, klärt Mario Brunnmayr auf.
„Zuallererst, es handelt sich bei diesen Plänen um keine Einsparungsmaßnahme,“ versichert er. Der Umbau des Bahnhofes Schärding solle im Rahmen des Ausbaukonzeptes Wels – Passau stattfinden. Diese wird zur Hochleistungsstrecke ausgebaut, um den Anforderungen des österreichischen Schienenverkehrs gerecht zu werden.
Man wolle damit die Voraussetzungen für eine künftige Fernsteuerung des Abschnitts von Schärding bis zur Staatsgrenze und die Einbindung in die Fernsteuerzentrale Neumarkt/Kallham schaffen. Meint soviel, dass von der Zentrale Neumarkt/Kallham so unter Fernwirken steuerungstechnische, regelungstechnische und sicherungstechnische Aufgaben leicht erledigt werden können. Dies gilt als eine besondere Maßnahme für Sicherheit und Datenschutz, sorgt für schnellere Datenübermittlung und eine geringere Ausfallwahrscheinlichkeit.
„Außerdem ist die Errichtung eines Busbahnhofes in Abstimmung mit dem Land und der Stadtgemeinde Schärding geplant“, sagt Pressesprecher Brunnmayr.
Der Kostenrahmen für den Bahnhofsumbau ist auf 44,5 Millionen Euro festgesetzt. Damit wolle man wesentliche Punkte umsetzen. „Dieses Projekt stellt einen weiteren Punkt in den Ausbaumaßnahmen dar und erweitert den Wirkungsbereich Neumarkts vom Bahnhof Taufkirchen an der Pram bis zum Bahnhof Wernstein. Außerdem kann so die Streckenhöchstgeschwindigkeit von 110 auf 120 Stundenkilometer angehoben werden.“
Die Vorzüge für die Zuggäste seien nicht unerheblich. So wird die Sicherheit erhöht, der Betriebsablauf durch schienenfreie Bahnsteigzugänge beschleunigt und der Kundennutzen durch Erhöhung von Bahnsteigkanten optimiert. Eine uneingeschränkte Nutzung der ÖBB-Züge wird gewährleistet.
Bis es jedoch so weit ist, darf man noch ein paar Jahre warten. Der Baubeginn ist mit 2014 angesetzt, die Fertigstellung mit 2016. Dass man sich durch die genannten Vorzüge vielleicht leichter mit dem Fehlen persönlicher Betreuung abfindet, ist für die Zuggäste und die ÖBB zu wünschen.
...daß überall nach Personalabbau bei der Bahn geschrien wird. Wenn es im eigenen Ort dann so weit ist daß der letzte "Hansl" auch noch vom Bahnhof verschwindet hat man auf einmal bedenken anstatt sich zu freuen.
Ist doch wunderbar! Die Strecke Wels - Passau ist mit Ausnahme von Neumarkt dann endlich "eisenbahnerfrei".
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