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Hip-Hop-Videodreh entlang des Inns

SCHÄRDING. Firmengründer und Regisseur Max Hammel aus Suben filmte das erste Mal in seiner Heimat.

Hip-Hop-Videodreh entlang des Inns

In der Ortschaft Roßbach in der Gemeinde Suben drehte das Team. Bild: privat

Wenn man in der Rap-Szene von internationalen Hip-Hop-Metropolen spricht, fallen wahrscheinlich Städte wie Berlin, Paris, Los Angeles oder New York. Seit letzter Woche präsentieren sich im Netz aber auch Schärding, Suben und St. Florian als Kulissen des bereits 2014 entstandenen Rapvideos "Ein Heimscheisser auf Weltreise" – und das mit überraschend hoher Authentizität.

Vor fünf Jahren haben sich der Subener Max Hammel und der Salzburger Schorsch Vogler zusammengetan und die Firma "infamous pictures" in Wien gegründet. Als Netzwerk für kreative Köpfe, Filmproduktion, Sounddesign, Drehbücher und Darsteller – so ihre Homepage – nehmen sie prinzipiell alle Arten von Projekten an, am liebsten aber jene, in denen sie künstlerisch frei arbeiten können, erklärt Max Hammel.

Der 24-Jährige ist mittlerweile selten in seiner Heimat Suben anzutreffen, besucht er doch die Filmakademie in Paris oder reist für seine Drehs quer über den Globus. Dass das Weltenbummeln nicht für jeden etwas ist, zeigt der Berliner Rapper Marten McFly. Für ihn hat Max das Video zum Lied "Ein Heimscheisser auf Weltreise" produziert, das am 15. Jänner veröffentlicht wurde. "Marten geht fast nie aus seiner Wohnung und feiert nicht. Hip-Hopper stellt man sich wahrscheinlich anders vor, aber sich in den Zug nach Schärding zu setzen, war für ihn definitiv eine große Sache", so Hammel.

Auflagen für Drehgenehmigung

Die Entscheidung, in Schärding zu drehen, war dabei sowohl rational als auch emotional motiviert. "Wenn man ein geringes Budget zur Verfügung hat, ist man abhängig von den Leuten, die man kennt. Außerdem habe ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie daheim gedreht und fand, dass es Zeit wird, ein bisschen Hip-Hop und Action mit nach Hause zu bringen." Pro forma wurde schließlich bei den jeweiligen Gemeinden um eine Genehmigung angefragt, war doch geplant, im Skaterpark in Schärding, beim Stauwerk in St. Florian und am Fußballplatz in Roßbach zu filmen. "Die Bürgermeister von Suben und St. Florian waren wirklich sehr unkompliziert, einzig in Schärding hatten wir einige Auflagen zu befolgen. Das hat mich zwar etwas überrascht, aber wenn man es mit den Bedingungen in Wien vergleicht, war es noch immer ziemlich nervenschonend", erklärt der gebürtige Innviertler.

Zwischen Haneke und Tarantino

Besonders positiv ist ihm dabei das Verhalten von den Nachbarn und umstehenden Leuten in Erinnerung geblieben. "Wir wussten nicht, wie die Menschen reagieren werden, immerhin mussten wir die Musik richtig laut abspielen, damit Marten dazu rappen kann. Sie haben aber nur neugierig zugeschaut und uns mit Kaffee und Kuchen versorgt. Das ist echt ein starker Kontrast zu Wien oder auch Paris und hat uns die Arbeit enorm erleichtert." Als Regisseur ist Hammel dabei für alles zuständig, von der Konzeptgestaltung über die Budgetierung bis zur Team-Zusammenstellung und Umsetzung.

"Klischeemäßig heißt es immer, ein Regisseur müsse nur ja oder nein sagen können. Natürlich kommt es noch auf viel mehr an." Vergleicht er sich selbst mit Größen wie Michael Haneke, der jeden Schritt sehr genau plant, und Quentin Tarantino, der sein Team sehr frei arbeiten lässt, sieht er sich in einer Zwischenposition. "Ich mag es, wenn das Universum, in dem wir drehen, genau definiert ist. Allerdings sehe ich einen Film immer als Gemeinschaftsprojekt an und brauche Leute um mich, die selbst etwas Kreatives beitragen. Ich muss nicht alles genau vorschreiben, denn der Zufall ist etwas sehr Interessantes. Solange man als Regisseur die Richtung vorgibt, kann eigentlich nichts schiefgehen", beschreibt der Subener seine Arbeitsweise .Das Video ist zu sehen auf der Homepage: www.infamous.at/projects/heimscheisser (weidlinger)

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Artikel 22. Januar 2015 - 00:04 Uhr
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