Dass die Wettbranche manchmal in einem dubiosen Licht erscheint, stört den 39-Jährigen Geschäftsführer von „sjbet“: „Mir ist wichtig, dass unser Unternehmen im seriösen Licht dargestellt wird“, sagt er und fügt hinzu: „Am liebsten zahlen wir Gewinne noch am selben Tag aus!“ Mit 35 Mitarbeitern und mehreren hundert Filialen in Europa zählt sein Unternehmen zu den renommierten in der Branche.
A propos Geld: Rund vier Milliarden Euro (!) werden in Österreich pro Jahr für Wetten eingesetzt. Daran hat auch die Wirtschaftskrise nichts geändert, wie Thomas Zweimüller feststellt: „Der Durchschnittseinsatz liegt bei 15 Euro. Auf die Chance, mehr daraus zu machen, will niemand verzichten. Da greift das Prinzip Hoffnung!“
Es gibt auch schwarze Schafe1999 hat Thomas Zweimüller mit einem eigenen Wettbüro in Ried („Die Wette“) angefangen. „Wir sind am längsten in Ried“, sagt er. Die Branche hat sich aber verändert mit den Jahren. Gewettet wird nicht nur in den klassischen Wettbüros. „Davon gibt's in Ried nur vier“, sagt Thomas Zweimüller. Wetten können auch an den unzähligen Wett-Terminals abgegeben werden, die beispielsweise in vielen Tankstellen-Büffets aufgestellt sind. Auch manche Vereine haben Wett-Terminals in ihren Vereinslokalen stehen. „Es gibt auch schwarze Schafe ohne Lizenz sowie Trittbrettfahrer“, sagt Thomas Zweimüller verärgert.
Eine Lizenz ist nämlich zum Betrieb eines Wettbüros notwendig. Die Bewilligung für die Tätigkeit der Wettbüros, Buchmacher und Totalisateure (siehe Infobox) erteilt die oö. Landesregierung und unterliegt dem oö. Veranstaltungsgesetz.
Gewettet werden kann auf (fast) alles. Ob sich Hollywood-Stars scheiden lassen, ob ein Fußballspieler eine gelbe Karte erhält, wann Lewis Hamilton zum Boxenstopp kommt oder wie der norwegische Beitrag beim Song-Contest abschneiden wird. 70 Prozent der Wetten werden aber im Fußball abgeschlossen, danach folgt schon Tennis und die Formel 1. In England, wo Thomas Zweimüller beruflich längere Zeit verbracht hat, stehen hingegen Pferdewetten an oberster Stelle der Beliebtheitsskala.
Gewettet werden darf ab 18, dass auch jüngere Spieler ihr Glück versuchen, komme immer wieder vor. Es gebe Kontrollen, betont Zweimüller. In seinem Rieder Wettbüro verkehren vorwiegend lokale Kunden, die auch das Gesellschaftliche lieben und sich mit Freunden gemeinsam ein Fußballspiel ansehen.
Den höchsten Gewinn hat Thomas Zweimüller übrigens einem Spieler ausgezahlt, der gerade einmal zwei Euro eingesetzt hatte und die Ergebnisse von 14 Fußball- und Eishockeyspielen richtig vorausgesagt hatte.
Selbst wettet Thomas Zweimüller nicht: „So etwas ist zeitaufwändig. Bei mir überwiegt der Geschäftsmann über den Spieler“, sagt der Rieder.
Ich finde diese Entwicklung bedenklich. Zumal in den Büros auch Jugendliche abhängen. Spielen kann süchtig machen!! Das ist glaub' ich den wenigsten bewußt.
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