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Was alles in Ried verloren wird: Vom Rollstuhl bis zum Kinderwagen

RIED. Dass ein paar Socken niemand vermisst, leuchtet ja noch ein, doch dass auch ein Laptop oder eine Querflöte am Rieder Fundamt nicht abgeholt werden, verwundert. Dort lagern eine Reihe von kuriosen Funden.

Was alles in Ried verloren wird: Vom Rollstuhl bis zum Kinderwagen

Geld oder Handys – jeder Fund wird ein Jahr aufbewahrt, wie Wolfgang Rachbauer erklärt. (RoKl) Bild: roman kloibhofer

Eine Lade voller Bargeld, darunter eine Schublade voller Handys – dieser Luxus herrscht an der städtischen Sicherheitswache in Ried. Was verloren – und auch von ehrlichen Findern abgegeben wurde – lagert dort für ein Jahr am Fundamt. In einem „Wertschrank“ finden sich „alltägliche“ Funde wie Geld, Brillen oder Schlüssel, aber auch eine Reihe von Kuriositäten, wie der Leiter der Stadtpolizei, Wolfgang Rachbauer berichtet.

So scheint unter anderem ein Geschenkkarton mit neun Flaschen Wein unter den Funden im vergangenen Jahr auf. „Es ist hochwertiger Wein“, sagt Rachbauer. Aber vermisst hat den Karton niemand, auch nicht Lokalbetreiber in der unmittelbaren Nähe des Fundortes, die ebenfalls befragt worden sind.

Dass ein herrenloser Rollstuhl gefunden wird, kommt ebenfalls nicht alle Tage vor. Doch der Fund am Messegelände konnte nach einiger Recherche „aufgeklärt“ werden: „Eine Poltergesellschaft hat den Rollstuhl für den Polterer benützt, nach der Feier hat ihn halt niemand mehr gebraucht ...“, sagt Rachbauer schmunzelnd.

Auch Kinderwägen wurden schon verloren und nicht mehr abgeholt. „Da wundert man sich dann schon, dass der niemandem abgeht“, sagt der Stadtpolizist und fügt süffisant hinzu: „Na, Kind war zumindest keins mehr drinnen!“

Laptop und Spiel-Konsole

Dass ein paar Kniestrümpfe, ein T-Shirt oder Socken nicht mehr abgeholt werden, leuchtet ja noch ein. Doch dass auch einen Laptop oder eine Nintendo-Spielkonsole niemand vermisst, verwundert. Beides wurde im Vorjahr im Rieder Stadtgebiet gefunden und bis heute noch nicht abgeholt. Auch eine Querflöte wartet am Rieder Fundamt noch immer auf ihren Besitzer oder ihre Besitzerin.

Nicht immer haben Personen Freude, wenn das Verlorene auch wieder gefunden wird. Es komme schon vor, dass Fahrräder, die als verloren oder gestohlen gemeldet wurden, wieder auftauchen und dann von ihren Besitzern nicht „wiedererkannt“ werden, weil von der Versicherung schon ein neues Rad bezahlt wurde ...

Ob Werkzeugkoffer, Leatherman, Armbanduhr, Ohrclip, Halskette, Gehstock, Laptop, Nintendo-Spielkonsole, Scooter, Tellerschaukel, Schlagring oder Springmesser (alle diese Dinge wurden im Vorjahr am Fundamt abgegeben) – sie werden für ein Jahr aufbewahrt und gehen danach in den Besitz des Finders über. „Wertvollere Funde werden schon abgeholt, weniger wertvolle nicht“, berichtet Polizist Wolfgang Rachbauer. Diese werden dann sozialen Zwecken zugeführt.

Das verlorene Hörgerät

Kurios war auch jene Begebenheit, die Wolfgang Rachbauer schildert: „Ein älterer Mann ist zu uns gekommen und hat gefragt, ob ein Hörgerät abgegeben worden ist. Mein Kollege hat nachgeschaut, und ihm dann laut und deutlich mitgeteilt, dass kein Hörgerät gefunden worden ist. Daraufhin hat dann der Mann gemeint, mein Kollege brauche gar nicht so mit ihm zu schreien, er habe eh schon wieder ein Hörgerät. Er wollte nur wissen, ob das andere wieder aufgetaucht sei!“

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Artikel Von Roman Kloibhofer 11. März 2010 - 00:04 Uhr
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