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Es wird spannend: Die Leitungsgegner sehen gute Argumente auf ihrer Seite

BEZIRK RIED, RAAB. 110-kV-Leitung Ried-Raab: Es gibt viele Argumente gegen diese Leitungskapazität.

Es wird spannend: Die Leitungsgegner sehen gute Argumente auf ihrer Seite

Keine weitere Hochspannungsleitung mehr: Die Grundeigentümer zeigen sich kämpferisch und wollen nur für eine Erdkabellösung ihren Grund und Boden zur Verfügung stellen. Bild: Kaufmann

„Ich freue mich schon auf das energierechtliche Genehmigungsverfahren“, sagt Bernhard Wiesinger aus Zell an der Pram, ein Aktivist gegen die geplante 110-Kilovolt-Stromleitung: „Dabei muss von der Behörde untersucht werden, ob ein öffentliches Interesse besteht und eine Notwendigkeit.“ Das nachzuweisen, werde der Energie AG Oberösterreich nicht gelingen.

Alle Wirtschafts- und Bevölkerungsprognosen würden gegen ein starkes Stromverbrauchswachstum sprechen. Die Bevölkerung werde im Bezirk Schärding in den nächsten Jahrzehnten leicht abnehmen. „Das sind alles Fakten, die eine so stark dimensionierte Freileitung nicht rechtfertigen“, sagt Wiesinger. Eine Leitungskapazität von 30 Kilovolt sei für die nächsten Jahrzehnte ausreichend. Das bestätige der Gutachter des Landes Oberösterreich. Eine solche Kabeldimension könne außerdem kostengünstig in den Boden eingepflügt werden. „Wir sind bereit, der Energie AG Kabelservitute einzuräumen“, sagt der Freileitungsgegner.

84 Masten werden gebraucht

Die Energie AG hatte mitgeteilt, dass sie im Sommer die Unterlagen für das energierechtliche Verfahren bei der Behörde einreichen werde. Eine 30-kV-Leitung über eine so lange Distanz sei nicht technischer Standard; eine Verkabelung sei teuer und bringe Sicherheitsprobleme.

Insgesamt will die EAG 20 Millionen Euro investieren; 84 Masten sollen errichtet werden, um den Raum Raab zu versorgen. Wegen Protesten hatte sie das Projekt bereits zurückgezogen. Weil die Pramtal-Gemeinden es in einer Resolution forderten, wurde es wiederbelebt. Die Leitungsgegner glauben, dass es der Energie AG in Wirklichkeit um eine Transitschiene ins Donautal gehe, dass sie das Gesamtprojekt dafür aus taktischen Gründen aber nicht einreichen wolle: „Sie würde sich damit eine Abfuhr holen, weil sie ja für den Transit bestehende Leitungen des Verbundkonzerns nützen könnte. Dafür müsste sie allerdings Leitungsgebühr zahlen. Dieses Geschäft will die EAG mit einer eigenen Leitung selbst machen.“ Für ein Transitprojekt wollen sich die Grundeigentümer im Innviertel aber keinesfalls hergeben.

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Artikel 06. Juni 2013 - 00:04 Uhr
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