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Oberösterreich  > Innviertel  > Braunauer Warte am Inn

Die Mostschädel werden Bierdümpfel

INNVIERTEL. Die Bierregion Innviertel wurde am Mittwochabend am Loryhof in Wippenham aus der Taufe gehoben. Was für die Südsteiermark der Wein ist, soll für das Innviertel künftig das Bier sein. Nicht nur Most, auch Bier hat im Innviertel eine lange Tradition.

Dabei hat Bier im Innviertel eine lange Tradition, wie die Leiterin des Rieder Kulturamtes, Sieglinde Frohmann, weiß: „Erste schriftliche Belege für das Bierbrauen im Innviertel finden sich Ende des 12. Jahrhunderts, als Untertanen aus der Gegend von Munderfing und Eggelsberg Biergaben an das Kloster Mondsee abliefern mussten“, schreibt sie im kürzlich erschienenen Innviertel-Buch. Ein Indiz übrigens, dass früher das Bierbrauen Bauernsache war.

3 Städte – 41 Brauereien

Die Brauereidichte im Innviertel ist gegenwärtig österreichweit am höchsten. Zu Beginn der 70er-Jahre lag ein Viertel der österreichischen Brauereien im Innviertel. Kein Wunder, gab es im 18. Jahrhundert doch 41 Brauereien in drei Städten: in Ried (13), Braunau (14) und Schärding (14). Auch in Obernberg waren sieben Brauereien registriert, in Mauerkirchen und Altheim je fünf, in Raab drei Brauhäuser, wie Sieglinde Frohmann recherchiert hat.

Seit eineinhalb Jahren laufen nun die Vorbereitungen für die Verwirklichung der „Bierregion Innviertel“. Projektleiterin Andrea Eckerstorfer vom Verein „Initiative Lebensraum Innviertel“ ist mit der Entwicklung zufrieden: „Die Sache entwickelt sich sehr vielversprechend. Brauereien, Tourismus und Wirte ziehen mit, auch der Gastronomiebereich ist im Wachsen“, sagt die Riederin. Mit der gestrigen Gründungsversammlung (diese war zu Druckbeginn im Loryhof noch im Gang) sei ein wichtiger Schritt gesetzt worden. Die teilnehmenden Betriebe seien künftig an einem eigenen Logo (auch dieses wurde gestern präsentiert) erkennbar.

Acht Brauereien nehmen derzeit an der Initiative teil, sie bieten mehr als 60 Biersorten an. Auch ein „Neuling“ wird ab Frühjahr dabei sein. Im Stift Engelszell wird dann das „Trappistenbier“ erhältlich sein. Diese Starkbiere (Trappistenbiere haben einen Alkoholgehalt zwischen sechs und zwölf Prozent) sind vor allem in Belgien und Frankreich verbreitet und waren eine wichtige Kalorienquelle – vor allem in der Fastenzeit.

Die Region Innviertel solle künftig durch die kulinarischen Bier-Genüsse bekannt werden – so wie etwa die Südsteiermark durch die Weine und das typische Speisenangebot. Auch bei den Speisen gebe es Überlegungen, etwas Regionstypisches in die Kampagne mit einzubinden, sagt Andrea Eckerstorfer: „Eine regionale kulinarische Marke ist im Innviertel im Entstehen! Wir denken aber auch daran, Kulinarik und Kultur noch enger zu verbinden!“

Die Nähe zu Bayern, wo es ebenfalls viele Kleinbrauereien gibt, sei eine Herausforderung, so Andrea Eckerstorfer: „Da wollen wir uns schon ganz bewusst abheben!“

Die Bierregion-Projektleiterin hat durch ihre Arbeit mittlerweile auch persönliches Interesse für und Geschmack am Bier gefunden. „Am liebsten trinke ich ein Pils – da sind mir die 0,33-Liter-Gebinde sehr sympathisch“, sagt sie.

Die historische Verbundenheit des Innviertels zum Bier sei bemerkenswert, so Kulturamtsleiterin Sieglinde Frohmann: „Bier ist im Innviertel mehr als ein Getränk – die bayerische Geschichte hat hier ihre Spuren hinterlassen.“ Sie zitiert daher ein Sprichwort aus früherer Zeit: „Ob in Taufkirchen oder Erding, das beste Bier gibt es in Schärding!“

 

Acht Brauereien, über 60 Biersorten

Folgende Brauereien sind Teilnehmer an der Bierregion Innviertel:
Brauerei Baumgartner, Schärding; Hausbrauerei Bogner, Braunau; Brauerei Kapsreiter, Schärding; Brauerei Ried; Privatbrauerei Schnaitl, Gundertshausen; Trappistenbier, Engelhartszell (ab Frühjahr); Privatbrauerei Vitzthum, Uttendorf; Privatbrauerei Wurmhöringer, Altheim

Diese acht Brauereien bieten mehr als 60 Biersorten an.

Zudem sind 31 Gastronomiebetriebe beteiligt, die Gasthäuser der Bierregion Innviertel sind am einheitlichen Logo erkenntlich. Auch die Wirtschaftskammer ist eingebunden.

www.innviertelbier.at
 

Fastenbier und Habsburger-Sortiment

ALTHEIM/UTTENDORF/SIMBACH. Bier hat Tradition in der Region und zu manchen Zeiten sogar Kultstatus. Starkbier trinken ist im benachbarten Bayern in der Fastenzeit ein Muss. Viele Braunauer und auch Braunauerinnen pilgern nach Simbach, um in der Fastenzeit das dunkle Bier zu genießen. Die Simbacher Laienbühne veranstaltet bereits zum achten Mal ein Starkbier-Fest, bei dem in kurzen Theaterszenen auch die (Lokal-)Politik aufs Korn genommen wird.

Das Fastenbier spielt heuer in der Gastronomie des Bezirks Braunau eine gewichtige Rolle. Zwölf Innwirtler laden zwischen 22. Februar und 8. März zum Starkbieranstich. Die Innwirtler sind ein Zusammenschluss von Gastronomen, die rund um die Landesausstellung 2012 in Braunau-Ranshofen, Mattighofen und Burghausen „Verbündet – verfeindet – verschwägert“ Initiativen setzen und Besonderes anbieten.

„Vicedominator“ heißt das Fastenbier, das die Innwirtler anbieten. Gebraut wird es in der Brauerei Vitzthum in Uttendorf. Der Name des Starkbiers leitet sich von „Vicedominus“ ab, das war der Amtstitel eines Stellvertreters und Statthalters von weltlichen und geistlichen Fürsten. Fastenbier, auch flüssiges Brot genannt, war bereits im Mittelalter eine elegante Form, das Fasten zu erleichtern. Mit dem Segen des Papstes durften die Mönche ihren Krug fünfmal täglich füllen.

Die herrschaftliche Bezeichnung stellt auch eine Verbindung zur bevorstehenden Landesausstellung her, die sich ja mit den Beziehungen der Herrscherhäuser Habsburg in Österreich und Wittelsbach in Bayern befasst. Übrigens dürfte beim bayerischen Reinheitsgebot ein Innviertler wesentlich mitgespielt haben. Bieranstich ist am 22. Februar in der Schlosstaverne Ranshofen, am 23. Februar im Gasthaus Berger in St. Peter, am 24. Februar im Gasthaus Zur Reib in Ach, in der Hoftaverne Ranshofen und im Helpfauer Hof in Uttendorf, am 26. Februar im Gasthaus Badhaus in Mattighofen und im Gasthaus Steinerwirt in Gundertshausen, am 1. März beim Schüdlbauer in Braunau, am 2. März im Braugasthof Vitz–thum in Uttendorf, am 3. März im „Mittelpunkt Europas“ in Burgkirchen und am 8. März im Gasthaus Dafner in Neukirchen.

Die Altheimer Brauerei Raschhofer hat eine ganze Palette an Produkten rund um die Landesausstellung entwickelt. Das Habsburger Sammelglas steckt in jeder Märzenbierkiste und ist somit auch ein Werbeträger für die Ausstellung.

Bierige Mitbringsel

Die BierMixBox, die sich gut als Geschenk eignet, enthält fünf verschiedene Raschhofer-Biere und ein Habsburger-Sammelglas. In der Genussbox zur Ausstellung, die bereits präsentiert wurde und erhältlich ist, liegt unter vielen anderen Schmankerln auch ein Zwickl-Bier aus dem Hause Raschhofer. Im 6er-Tragerl zur Landesausstellung sind Biere von vier Brauereien aus dem Bezirk Braunau und von zweien aus Bayern vereint.

Übrigens gibt es für Landesausstellungs-Besucher auch ein besonderes Gruppenreise-Angebot unter dem Motto „Hopfen und Malz – Gott erhalt’s“. Ein Besichtigung der Brauerei Schnaitl, ein Bierbad im Landhotel Moorhof und eine Jause mit Bier sind im Paket enthalten (Info auf www.landesausstellung.at).

 

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So is .... · von Gegenpol (102) · 02.02.2012 18:29 Uhr

.......gab es im 18. Jahrhundert doch 41 Brauereien in drei Städten: in Ried (13), Braunau (14) und Schärding (14). Auch in Obernberg waren sieben Brauereien registriert, in Mauerkirchen und Altheim je fünf, in Raab drei Brauhäuser....
und warum haben da so viele zugesperrt ???

Weilsd des Innviertler Gsöff ned saufa kannst !

(0)
Artikel 02. Februar 2012 - 00:04 Uhr
Roman Kloibhofer, mora
Bild vergrößern Die Mostschädel werden Bierdümpfel

Eine regionale kulinarische Marke ist im Innviertel im Entstehen.A. EckerstorferProjektleiterin der Bierregion Innviertel  Bild: Colourbox

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