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Oberösterreich  > Innviertel  > Braunauer Warte am Inn

Urlaubsfeeling auf zehn Quadratmetern

INNVIERTEL. Immer mehr Urlaubsgäste steuern Campingplätze an. Ein Trend, der sich auch in der Innviertler Region bestätigt.

Raus aus der Stadt, weg von Alltagstrubel und Stress. Statt den Komfort von Hotels zu genießen, bevorzugen viele Erholungssuchende das Zelt oder den Wohnwagen. „Am Campingplatz herrscht ein anderes Flair, man knüpft schneller Kontakte und steht sofort im Grünen“, erklärt Dieter Schwarzer, Pächter des Panorama Campingplatzes in Obernberg, „unsere Gäste aus Österreich und aller Welt sind sehr nett.“ „Es ist günstiger als eine Pension, viele kommen mit dem Zelt, vor allem Radtouristen“, bestätigt auch Brigitte Mitter vom Campingplatz Engelhartszell die steigende Buchungszunahme, „wir sind immer ausgebucht.“ Während sich die Dauercamper ein Urlaubseldorado schaffen, schlagen Kurzurlauber und Radfahrer schnell ihr Zelt auf, um am nächsten Tag wieder weiterzureisen.

„In unserer Stadt gibt es leider keinen Campingplatz, aber wir benötigen dringend einen, denn die Nachfrage besteht sehr wohl“, ist Bettina Berndorfer vom Schärdinger Tourismusbüro enttäuscht.

Übernachten im Freien ist noch immer in Mode, deshalb wurde der Campingplatz in Obernberg erst vor Kurzem renoviert, in Braunau wird er sogar ausgebaut.

Campen in Braunau

Radler, Leiharbeiter, Dauercamper – am Braunauer Campingplatz ist ein buntes Völkchen vereint. „Jeden Tag kommen sechs bis sieben Wohnwägen und mehrere Radfahrer an“, ist Betreiber Helmut Dominik stolz, dass es mit dem Campen in Braunau wieder aufwärts geht. Er hat den Platz vor drei Jahren übernommen, als der Platz vernachlässigt und die Frequenz auf einem Tiefpunkt angelangt war. Wenn ab Herbst das Sanitärgebäude neu und winterfest errichtet ist, hofft er, wieder an die alten Zeiten mit fast 8000 Nächtigungen im Jahr (1998) anknüpfen zu können. Allerdings sind in dieser Zahl auch die fahrenden Roma und Sinti mitgezählt, die nun einen eigenen Platz haben. 2008 zählte der Tourismusverband 816 Nächtigungen. „Die Camper sind ein eigenes Volk“, findet Helmut Dominik, „sie sind einfach gemütlich und wollen gern in der Natur sein“. Seine Gäste kommen aus der ganzen Welt: Engländer, Australier, Italiener, Schweizer, Holländer. Viele sind am Fahrrad unterwegs und haben ein Zelt am Gepäckträger mit, andere trumpfen mit Luxus-Wohnwägen auf.

7,80 pro Nacht

Helmut Dominik betreibt mit seiner Schwester Hannelore Jud auch eine kleine Gastronomie am Campingplatz. „Da sitzen die Camper oft bis spätnachts zusammen.“ Auch finanzielle Überlegungen, meint Dominik, machen das Campen immer interessanter. In Braunau zahlt ein Zelter 8,70 Euro pro Nacht plus Strom und 50 Cent fürs Duschen. Für eine Pauschale von 199 Euro kann man einen ganzen Monat am Campingplatz logieren. „Das machen zum Beispiel einige Leiharbeiter.“ 50 Wohnwägen haben am Gelände Platz, darüber hinaus gibt es eine große Wiese mit Tipi für die Zelter und einen kleinen Spielplatz. „Wir haben auch die Hütten vom Weihnachtsmarkt mit Betten ausgestattet, auch da kann jemand übernachten.“

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Artikel 19. August 2010 - 00:04 Uhr
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Bild: Neumayr

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