Arbeitslosigkeit hat viele Gesichter. Treffen kann es jeden: Mann, Frau, Jüngere, Ältere, gut Qualifizierte, wenig Qualifizierte. Die Gründe für den Jobverlust sind ebenso vielschichtig: Die Firma ist pleite, Personalabbau wegen der Wirtschaftslage, körperliche oder seelische Krankheit.
Den klassischen Arbeitslosen gibt es demnach nicht. Nur wenige wollen wirklich nicht arbeiten, daher ist es unfair, Arbeitslose zu stigmatisieren oder abzustempeln. Denn keinen Job zu haben ist auf Dauer nicht lustig und ein japanisches Sprichwort sagt: Arbeit ist die Erlösung von Langeweile.
„Seit November 2009 gibt es auch in Mattighofen, wie auch in Braunau und Moosdorf FAB, den Verein zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung.
AMS vermitteltWir wollen helfen, die Menschen wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern“, sagt Herbert Ranftl, der Verantwortliche des Vereins im Bezirk Braunau. Die rund ein halbes Dutzend Arbeitssuchenden, die zum FAB kommen, werden über das Arbeitsmarktservice vermittelt. Das AMS und die Stadt Mattighofen ermöglichen gemeinsam das Projekt. Zuerst wird eine Analyse erstellt. Eine Sozialarbeiterin hilft ihren Klienten, eine Zielvorgabe zu erstellen.
„Jeder soll so viel Hilfe wie notwendig und so wenig wie möglich bekommen, der Klient ist also gefordert, wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe“, so Ranftl. Die Zeit der Betreuung ist auf sechs Monate begrenzt.
Finanziert wird das Projekt von der öffentlichen Hand. In dieser Zeit schauen sich die Leute nicht nur nach einem Job um, sondern sie arbeiten. „Unter der Anleitung eines Betreuers bieten wir ÖKO-Mattighofen an, wir erledigen Gartenarbeiten jeder Art, Maler- wie auch Reinigungsarbeiten, wir entrümpeln und wollen künftig auch einen Gebrauchtwarenmarkt eröffnen, wir übernehmen öffentliche wie auch private Aufträge“, so Ranftl. Die bisherigen Erfahrungen sind gut, die Rückmeldungen sind positiv.
Aufträge werden jederzeit angenommen, „wir sind flexibel, was das Aufgabengebiet betrifft.“ Künftig wird sich die Gesellschaft mehr um den zweiten Arbeitsmarkt kümmern müssen, denn die Ausfallquote steigt, weil viele Menschen ausgelaugt und ausgepowert „und einfach nicht mehr so belastbar wie früher sind.“
Die größte Freude für die Betreuer ist, wenn ein Klient einen fixen Job gefunden hat. „Gestern ist ein junger Mann, den ich betreut habe, freude- strahlend gekommen, weil er bei KTM untergekommen ist“, so die Sozialpädagogin Eva Webersberger, „und das ist unser Ziel!“
Wer Arbeiten erledigen will, möge vormittags 07742/ 60 233 anrufen.
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