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Junger Saiga Hanser sorgt für sauberes Wasser in Nicaragua

ST. JOHANN. In einem Vortrag berichtete Bernhard Gruber aus St. Johann über seine Erfahrungen als Zivildiener in Nicaragua und das von ihm initiierte Trinkwasserprojekt. Nun hat er dort eine weitere Aufgabe in Angriff genommen.

Der junge Saiga Hanser HTL-Absolvent hat seinen Auslandszivildienst in Nicaragua abgeleistet, nachdem zwischen der HTL Braunau und einer technischen Schule in Leon schon seit 15 Jahren eine lebendige und intensive Schulpartnerschaft besteht. Bernhard Gruber war von Beginn an vom Land und den Menschen begeistert. Am meisten beeindruckte ihn, dass die Menschen trotz bitterer Armut eine Lebensfreude ausstrahlen, die man in unserer Wohlstandsgesellschaft kaum mehr findet.

Pionierprojekt Windkraft

Bernhard arbeitete zuerst hauptsächlich am Windkraftwerk, das vor einigen Jahren über die Schulpartnerschaft finanziert wurde. Dieses Windkraftwerk hatte neben der alternativen Energiegewinnung auch eine Vorreiterrolle, denn in Nicaragua wird nach wie vor über 90 Prozent der Energie über Dieselkraftwerke gewonnen. Später half er bei der Errichtung von Solaranlagen, Funkstationen und auch beim Bau von Trinkwasseranlagen mit.

Dabei erfuhr er hautnah, dass viele Menschen, vor allem auf dem Land, keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Vor allem kleine Kinder müssen dies oft mit Krankheit oder dem Tod bezahlen. Im Dorf Danubio hatte er durch Arbeiten im Nachbardorf gesehen, wie die Frauen und Kinder oft über mehrere Kilometer das notwendige Wasser in Kanistern von einer verschmutzten Wasserstelle heimschleppten. Er entschloss sich, einen Spendenaufruf in seiner Heimat zu starten und unbeschreibliche 7000 Euro wurden für sein Projekt gesammelt.

Bernhards 12-monatiger Zivildienst war bereits zu Ende, aber er entschloss sich, seinen Aufenthalt zu verlängern und freiwillig an Projekten mitzuarbeiten. Seine größte Aufgabe wurde das Wasserprojekt Danubio. Es wurde geplant, Material eingekauft, der LKW-Transport organisiert, was aufgrund der katastrophalen Straßenverhältnisse oft an Grenzen stieß. Eine Fahrt von Leon nach Danubio – durch Flüsse, Wasserlacken so groß wie Seen, über Schlammstraßen und wenig vertrauenerweckende Holzbrücken – dauerte oft elf Stunden. „Bei der schwersten Arbeit, dem Ausheben des Grabens für die Wasserrohre, der über drei Kilometer lang und über 80 Zentimeter tief ist, leisteten die Nicas Unglaubliches. Nur mit Schaufel, Spitzhacke und ein paar Ochsen gruben sie wie verrückt bei 40 Grad im Schatten“, erzählt Bernhard Gruber.

Durch die Spenden wurde es möglich, den Alltag der Menschen in Danubio erheblich zu erleichtern und ihnen den Zugang zu dem lebenswichtigen Element Wasser zu ermöglichen. Durch den großen Spendenerfolg konnten sogar eine zusätzliche Zisterne gebaut und eine Ersatzpumpe sowie ein Ersatzmotor angeschafft werden.

Nun hofft der engagierte Saiga Hanser auf weitere Hilfe aus dem Innviertel: Das große Areal, auf dem die Zisternen stehen, soll angekauft werden. Damit soll gesichert werden, dass das Gelände frei von Pestiziden gehalten wird und keine Gefahr durch Verureinigung für das Wasser besteht. Gleichzeitig sollen die Kleinstbauern die Möglichkeit bekommen, biologisch Kakaobohnen anzubauen und damit ihre Existenz zu sichern. 3500 Euro fehlen für das Projekt.

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Artikel 31. Dezember 2009 - 00:04 Uhr
Von Andrea Berer
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