Die Gemeinde St. Pantaleon hat nun einen schwarzen Bürgermeister, die SP hat auch ihre Absolute verloren.
Dabei deutete bei der Ausgangslage auf dem Papier nach den Gemeinderatswahlen am 27. September noch alles darauf hin, dass Huber sein Amt behalten wird: Huber erreichte im ersten Wahlgang 48,4 Prozent (794 Stimmen), verpasste die 50-Prozent-Marke denkbar knapp. Auch wenn die Chancen von Valentin David (37,3 Prozent am 27. September) intakt waren, wollte er bis vergangenen Sonntag selbst nicht so sehr an seine Chance glauben: „Die Freude ist jetzt natürlich groß, aber die Überraschung noch größer“, sagte er am Montag im Gespräch mit der Warte. Dennoch habe er gespürt, dass etwas in der Luft gelegen habe und die Stimmung sehr gut gewesen sei. „Das ist dem Einsatz der ganzen Partei zu verdanken. Dieser war ausschlaggebend.“
Der unterlegene SP-Politiker Herbert Huber nahm das Ergebnis zur Kenntnis und zog seine Konsequenzen: „Es ist absolut und bitter enttäuschend, wenn man nach zwölf Jahren abgewählt wird, aber neidlos anzuerkennen. Ich werde mich nun aus der Politik zurückziehen, mein Mandat im Gemeinderat erlischt“, sagte Huber. Der Partei wolle er aber weiterhin beratend zur Verfügung stehen. Die ordentliche Amtsübergabe sei die letzte Aufgabe, der er nun „nach bestem Wissen und Gewissen“ nachkommen werde.
Was das nun für den Gemeinderat bedeutet, kommentieren die Rivalen höchst unterschiedlich: „Wir wollen versuchen, auf möglichst breiter Basis im Gemeinderat zusammenzuarbeiten“, sagte David. Huber bezweifelt den Wahrheitsgehalt dieses Angebots: „Es mag schon sein, dass es keine offizielle Wahlempfehlung der OGL (Offene Gemeinde Liste, Anm.) gegeben hat. Aber wer sich der Persönlichkeiten bewusst ist, die bei der OGL wirken, der weiß, warum die Wähler ihr Kreuz am Sonntag bei der VP gemacht haben“, sagt er. Das ist für Huber ein klares Signal dafür, dass die SP nun in die Oppositionsrolle gedrängt wird.
Schulthema entscheidendEinig sind sich die Konkurrenten darüber, welches Thema die Wahl letztendlich entschieden hat: „Die Diskussion um die Volksschule in Riedersbach. In dieser Ortschaft waren die meisten Stimmen von der OGL zu holen“, sagt Valentin David.
Huber stimmte dem zu, als er von der Warte mit dieser Aussage konfrontiert wurde. Hintergrund: Laut Huber habe sich der jahrelange Streit um die neue achtklassige Volksschule in St. Pantaleon kurz vor den Wahlen lösen lassen und „sich die SP mit der Lösung selbst das Genick gebrochen.“
Eben um der weiteren Entwicklung der Gemeinde nicht im Weg zu stehen, zieht sich Huber nun zurück: „Ich sehe meine politische Tätigkeit für beendet. So lautet der Wunsch des Wählers.“ Denn es könne und dürfe nicht seine Aufgabe sein, die Arbeit des neuen Bürgermeisters als zukünftiger Gemeinderat zu beurteilen.
Valentin David sagte gegenüber der Warte, dass er mit seiner Politik in allen Orten der Gemeinde St. Pantaleon in Zukunft „gemeinsam und zum Wohle der Bürger“ gestalten will: „Die zentralen Aufgaben und akuten Handlungsbedarf sehe ich nun bei den Schulen und den Sportanlagen. Außerdem müssen wir eine Lösung finden, um die Nahversorgung sicherzustellen.“