Die St. Pantaleonerin Sonja Enichlmayr holte bei der FIS Masters WM Silber und Bronze. Bild: privat
Mit Silber im Super-G und Bronze im Slalom gelang der 52-jährigen Professorin für Bewegung, Sport und Geographie an der HAK Oberndorf (Salzburg) gleich ein traumhafter Einstand.
„Als gebürtige Linzerin machte ich als dreijähriger Dreikäsehoch meine ersten Schwünge auf den Pöstlingberg-Hängen. Schon als Kind träumte ich davon, nach einem Skirennen auf dem Stockerl zu stehen und die Österreichische Nationalhymne hören zu dürfen. Es hat zwar sehr lange gedauert, aber mein Kindheitstraum ist in Italien, bei dieser Masters WM in Erfüllung gegangen, da ich zwar Dritte wurde, die Siegerin aber, eine Österreicherin war“, strahlt die dreifache Mutter mit ihren zwei Medaillen um die Wette.
Bedingt durch das Studium schaffte das Skitalent in jungen Jahren nie den Sprung in den ÖSV-Kader. „Der Studenten-Nationalkader war das Höchste der Gefühle. Dann verschlug mich die Liebe ins schöne Innviertel. Viele Innviertler Meistertitel und Pokale für den St. Pantaleoner Ortsmeister sammelten sich im Laufe der Jahre bei mir an. Aber dann fehlten mir einfach die Motivation, die Herausforderungen, die Konkurrenz. Also stellte ich meine Bretteln ins berühmte Eck“, blickt Sonja Enichlmayr zurück.
Das Comeback91 Tore säumten den 4,2 km langen Riesentorlauf, genannt Helmissimo, in Vierschach in Südtirol. „Ich wollte wieder einmal Rennatmosphäre verspüren. Mein skifahrerisches Können austesten. Und dieser Test fiel erfreulich aus: Mit 9,6 Sekunden Vorsprung wurde ich Siegerin. Nachher bestürmten mich viele Trainer, Betreuer und Aktive, es mit einem Start bei der Masters WM zu versuchen. Aber da bauten sich eine Reihe großer Hürden vor mir auf. Zunächst musste ich die neue Slalomtechnik von der Pike auf erlernen. Dann die WM- Quali. Dazu waren Stocklerlplätze bei fünf internationale FIS Masters Rennen und den Österreichischen Meisterschaften nötig. Da war beinhartes Training angesagt“, gestand die vielseitige Sportlerin, die in dieser Vorbereitungszeit zehn bis zwölf Stunden Konditionstraining in der Woche absolvierte.
„Dazu kommen dann noch die zwölf Turnstunden in der Schule. Zum Schneetraining pendelte ich ins bayerische Bischofswiesen aus. Oder ich nützte die guten Bedingungen in Eberschwang und Lungötz im Lammertal. Der Lohn war, dass ich Silber im Slalom und Riesentorlauf bei den Österreichischen Mastersmeisterschaften feiern konnte und bei zehn FIS Bewerben neunmal am Stockerl stand. Damit war die WM-Fahrkarte fixiert“, wusste die Innviertler Skikönigin zu erzählen.
So richtig ins Schwärmen kommt die Medaillengewinnerin, wenn sie diese Weltmeisterschaft noch einmal Revue passieren lässt. „Einfach toll. Traumhafte Pisten, professionelle Rahmenbedingungen, Streckensicherung wie bei einem Weltcupbewerb, großes Starterfeld mit vielen Ex-Nationalteam-Fahrerinnen. Umso mehr Gewicht kommt daher meinen beiden Medaillen zu“.
Mit der Titelverteidigung im Riesentorlaufmarathon in Südtirol wartet das Saisonende. Nach einem kurzen Durchschnaufen startet bei Sonja Enichlmayr bereits die „Operation Gold“ bei der Masters Ski WM 2010 in der Schweiz.
Für Sonia Enichlmayr- endete die Skisaison genauso, wie sie begann: mit einem Sieg. Zum Auftakt ihrer internationalen Erfolgsserie im Slalom und Riesentorlauf gewann sie im Vorjahr den Marathon RTL in Vierschach/Südtirol. Auch diesmal zeigte sich die Innviertlerin auf der langen Fahrt zwischen den 90 Toren auf der 4,2 km langen Piste in Topform. „Ungefähr im Streckenmittelteil hatte ich die vor mir gestartete Läuferin bereits eingeholt. Aber es dauerte lange bis ich diese auch überholen konnte. Das schlug sich auch in meiner Siegerzeit nieder. Und so reichte es nur zu 6,4 Sekunden Zeitpolster auf die Zweite“, „bedauert“ die Siegerin.