Das Linz09-Projekt „I like to move it, move it“ verbindet darstellende Kunst mit Oberösterreichs Schulen. Nationale und internationale Künstler erarbeiten mit Schülern und Lehrern originelle Projekte. Kuriosum: Oft folgen die künstlerischen Aktionen keinem fixen Plan. „Das Vorhaben ist ein Prozess“, sagt der darstellende Künstler und Choreograf Hubert Lepka. Er koordiniert die Projekte in Braunau, St. Pantaleon und Tarsdorf. „Wir wollen etwas schaffen, gemeinsam Bewegung erzeugen“, erklärt er.
Flugsicherung organisiert mitDas Braunauer Gymnasium und die Hauptschule St. Pantaleon wollen hoch hinaus und arbeiten daher zusammen. „1000 Hektar Tanz“ heißt ihr eigenwilliges Projekt. „Wir entwickeln ein Spiel für den Himmel, das von der Luft, wie auch vom Boden aus zu erleben sein wird“, sagt Lepka. Schüler studieren auf 1000 Hektar Wiese und Feld eine Choreografie ein, die aus Flugzeugen und auf der digitalen Internet-Landkarte „Google Earth“ erkennbar sein wird. In einem Zeitfenster von 90 Minuten können Bewegungen und Muster am Boden wahrgenommen werden. „Tanz, Feuerwehrautos, Traktoren und Feuer bauen sich für den Betrachter im Flieger zu einer erkennbaren Bewegung zusammen“, erklärt Lepka. Florian Kotanko, Direktor am Braunauer Gymnasium, ist von Lepkas Idee begeistert: „Wir stehen in Kontakt mit der Flugsicherung Austria und den Flugunternehmen. Der Pilot wird die Passiere rechtzeitig darauf hinweisen.“ Für irdische Zuschauer ergibt die Bewegung der Choreografie auch auf der Erde interessante Perspektiven.
Lehrer schulen WahrnehmungIn der Volksschule Tarsdorf sind es nicht die Schüler, die sich für Linz09 auf Tanzparkett begeben und sich ordentlich bewegen. In der kleinen Braunauer Gemeinde sind die Lehrer aktiv. Sie schulen ihre Körper-Wahrnehmung mit Bewegungstraining und sportlichen Übungen. „Es soll uns im Unterricht zu Gute kommen“, sagt Direktorin Maria Altenbuchner motiviert. Sechs Nachmittage lang treffen sich die Tarsdorfer Volksschullehrer im Turnsaal mit Hubert Lepka.
So engagiert die Pädagogen auch ans Werk gehen, für eine öffentliche Kostprobe ihrer Choreografien sind sie leider doch zu schüchtern. „Wir planen keine Aufführung. Das ist einzig für unsere persönliche Entwicklung und den Unterricht gedacht. Uns gefällt das einfach“, lacht Altenbuchner.