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Neues Seniorenzentrum: Die ersten Bewohner ziehen im April ein

Bauarbeiten in Zielgerade: Das elf Millionen Euro-Projekt ist zu 90 Prozent fertig errichtet

Neues Seniorenzentrum Eggelsberg: Die ersten Bewohner ziehen im April ein

Franz Zehentner, Christian Kager (Bürgermeister Eggelsberg), Karin Altmüller und Georg Wojak (von links). Bild:

"Eine schwere Geburt bringt bekanntlich die schönsten Kinder", sagte damals, 2015 bei der Spatenstichfeier, der frühere Landeshauptmann Josef Pühringer. Nach anfänglichen Gemeinde-Rivalitäten sei gesagt: Das knapp elf Millionen Euro schwere und mehr als 4600 Quadratmeter große Bauwerk ist (fast) vollbracht. Die ersten Bewohner ziehen im April ein, offizielle Eröffnung ist im Juni.

Schöner Wintergarten, großzügiger, heller Empfangsbereich, Kapelle, geräumiger Beschäftigungsraum mit Sprossenwand, die müde Muskeln munter macht. Die Küche, in der der frühere Koch des Aspacher Kneipp-Kurhauses sein Werk vollbringen wird. Der Boden knallig im Gegensatz zur dezenten Einrichtung in den Einzelzimmern... Manches ist derweil nur mit dem geistigen Auge ersichtlich, schließlich wird noch gearbeitet. Mit der detaillierten und ausführlichen Erklärung von Karin Altmüller sieht man damit aber bestens. Altmüller ist die Geschäftsführerin des Bauträgers – des Sozialhilfeverbandes (SHV). Der Großteil der Einrichtung trägt ihre Handschrift.

Wohnen in einer Gruppe

Das Bezirksseniorenzentrum verfügt über 80 Betten in 80 Einzelzimmern, mehrere Wohnbereiche sowie eine integrierte Tagesbetreuung. Im ersten Stock befindet sich ein Demenzbereich mit großer Terrasse, von wo aus ein Weg hinunter zum Garten führt. "Diese ist wichtig, weil der Bewegungsdrang bei dementen Leuten sehr ausgeprägt ist", sagt Altmüller. Im zweiten und dritten Stock gibt es jeweils 30 Zimmer. Die Idee ist, Wohngruppen mit 15 Leuten zu gründen. "Wir möchten ein Wohngemeinschaftsmodell ‘light’ haben, damit sich die Bewohner einbringen können und das Gefühl haben, gebraucht zu werden", sagt Sozialhilfeverbands-Obmann und Bezirkshauptmann Georg Wojak. Pro Gruppe gibt es eine Wohnbereichsküche, in der sich die Bewohner selbst etwas zubereiten können. "Auch die Betreuungspersonen, die auch Bezugspersonen sind, werden innerhalb der Gruppe dieselben sein – möglichst wie in einer Familie auch", sagt Altmüller.

Mit 18 Heimaufnahmen gab es im Jänner 2018 rund doppelt so viele als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Offenbar eine Auswirkung des Pflegeregress-Entfalls. Platzprobleme gibt es im Bezirk Braunau trotzdem nicht, es gibt keine Warteliste. Neu ist die einheitliche Bezeichnung "Bezirksseniorenzentren". Alten- und Pflegeheim sei nicht mehr aktuell, sagt SHV-Obmann-Stellvertreterin Angela Stoffner.

Wie sehr die vom Bund beschlossene Abschaffung des Pflegeregresses die Gemeinden schmerzt, bringt Bürgermeister-Sprecher Franz Zehentner zum Ausdruck: "Das tut uns 46 Gemeinden sehr weh. Durch den Wegfall entgehen uns bezirksweit vier Millionen Euro und das hat der Bund zu zahlen. Der Bund schafft an und die Gemeinde zahlt? Das werden wir uns nicht bieten lassen!" Laut Zehentner, der Bürgermeister in Kirchberg und Mitglied im Landesausschuss des oberösterreichischen Gemeindeverbundes ist, steht "eine Klage gegen den Bund im Raum".

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Artikel Marina Mayrböck 08. Februar 2018 - 12:00 Uhr
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