Des Mondes Sichel auf dem Turm
entfacht hat
Schweizer Volkes-Sturm.
Umbraust sind – Rufe zum Gebet
des Muezzins – vom Minarett!
Von Türmen rufen Christen nicht.
Doch was bewirkt der Schrei-Verzicht?
Man reist nach Salzburg, zahlt sodann
und lauscht dem Ruf nach „Jedermann“.
Der Name hallt dann wie von fern.
Touristen mögen Echos gern.
Doch Nahes, was die Ohren täubt,
sich gegen die Vermarktung sträubt:
Ein Bronze-Bottich hängt verkehrt,
dass schwingend er beklöppelt werd’.
Sein Wummern er aufDächer leert,
was vielfach an den Nerven zerrt.
Manch Turm-Geläut mag solo sein;
doch mengen Glocken gern sich ein:
Duett, Terzett, Quartett, Quintett …
Der Mesner schaltet zu, was geht.
Auch and’re Mesner schalt-bereit
wie dieser sind – zur gleichen Zeit.
Nun bimmel-bammelt’s nah und fern.
Da müsst’ ein Muezzin schon plärr’n.
Das klänge, wenn es nicht ihn grämt,
im Tutti abend-land-verbrämt.
Im Mix gemahnte solch’ Akzent
an Jesus aus dem Orient.
Ans Jesus-Kind in Ampflwang
gemahnt Gesang – zum Zither-Klang.
Im Herrgotts-Winkel sitzen gern
in Tracht die Damen und die Herrn.
Die Mundart weiht sich alter Zeit.
Da hat es weidlich noch geschneit.
Kristalle rinnseln heut’ dahin,
zerrinnseln leise – wie der Sinn
in lärmender Geschäftigkeit.
Bei dieser – Einhalt doch beschwörte,
wenn Melismatisches man hörte:
Der Zier-Gesang – was meint er bloß?
Auf deutsch höb’ an er: „Gott ist groß …“
Aha, ein Aufruf zum Gebet,
der hoch vom Minarette weht!
Der Nachbar-Kirchturm wär’ dabei
mit seiner Weihnachts-Bläserei.
Solch „East meets West“
dem Glauben frommt,
zumal er aus dem Osten kommt.
Den Tat-Bestand negiert bereits
manch’ Eid-Genosse - aus der Schweiz.
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