Das ist deutlich später als ursprünglich befürchtet worden war. Zur Erinnerung: Am 17. Dezember 1991 erschienen die „Oberösterreichischen Nachrichten“ mit einem Exklusivbericht auf Seite 1: „Neue Bayern-Autobahn frisst sich bedrohlich ans Innviertel her–an“, lautete damals der Aufmacher-Titel.
Tatsächlich sah es seinerzeit so aus, als würde sich die neue Asphaltschlange in Windeseile ihren Weg Richtung Innviertler Grenze bahnen. Auf der Höhe des sogenannten Burghausener Kreuzes war die Trasse Richtung Altötting schon deutlich sichtbar. Und auch im 20 Kilometer von Braunau entfernten Marktl – jener Gemeinde, in der das Geburtshaus von Papst Benedikt XVI. steht – hatte die Trasse schon Konturen angenommen.
In Regionen, wo sich Widerstand gegen die Autobahnbauer regte, blieb die Natur zunächst unberührt. Diese Zonen ließen die Verantwortlichen vorerst aus, um nicht anzuecken. Dort, wo es keine oder nur nur ganz geringe Proteste gab, machten sie dafür umso mehr Dampf.
Die A94 soll nach ihrer Fertigstellung von München über Simbach nach Pocking führen und dort in die bestehende A3 einmünden. Inzwischen sind von den insgesamt 150 Kilometern 74 Kilometer – also etwa die Hälfte – befahrbar.
Und es besteht kein Zweifel, dass der Ausbau weiter vorangetrieben wird. Erst kürzlich hat Innenminister Joachim Herrmann bei einer Veranstaltung des Vereins „Ja zur A94“ ausdrücklich betont, dass die Autobahn zu den vordringlichsten Straßenbauprojekten Bayerns gehöre und sie für den südostbayerischen Wirtschaftsraum eine unverzichtbare Lebensader sei.
Noch sind Klagen anhängig
Mit der Fertigstellung der A94 würde nicht nur eine Verkehrsader, sondern auch eine Entwicklungsachse für einen prosperierenden Wirtschaftsraum entstehen. Ziel sei es, so Herrmann, die A94 möglichst rasch fertigzustellen. Wenn alles nach Plan laufe, sollte es, so der Innenminister, 2018 „Freie Fahrt!“ heißen.
Noch allerdings gibt es die eine und andere Hürde zu meistern. Es sind Klagen anhängig, obwohl es zwischenzeitlich richtungsweisende Urteile des bayerischen Verwaltungsgerichthofes und auch des Bundesverwaltungsgerichts zugunsten eines besonders bekämpften Trassenabschnitts gibt. Der umstrittene Bereich ist 39 Kilometer lang. Alleine für diesen Abschnitt sollen 330 Millionen Euro veranschlagt sein.
Was den aus Sicht der Innviertler besonders interessanten Streckenabschnitt zwischen Simbach und der A3 bei Pocking betrifft, gibt es offenbar ebenfalls konkrete Lückenschluss-Überlegungen. Die Planung soll sich auf die besonders belasteten Bereiche Malching, Tutting und Pocking konzentrieren. Und beim Abschnitt Kirchham bis zum A3-Anschluss sollen gerade die Unterlagen fürs Planfeststellungsverfahren erstellt werden.
Praktisch ist die A94 schon von Ampfing bis Braunau fertig, da der Abschnitt Marktl-Braunau bereits eine Hälfte der A94 ist. Dasselbe gilt für d. Umfahrung Malching. Dazu muß man sich nur die Über-und Unterführungen sowie die daneben liegenden Flächen ansehen. Früher hatten Deutschland und Österreich geplant, daß d. Autobahn A94 von München kommend ab Simbach/Braunau als Innviertler Schnellstraße auf österreichischem Boden bis zur A8-Anschlußstelle Ried verlaufen würde. Beim Knoten Ried sieht man noch die übergroß dimensionierten Auf-und Abfahrten. Dem Ganzen hat damals Prof.Knoflacher einen Strich durch die Rechnung gemacht, weil er sich im Auftrag der damaligen SP-Regierung (Anm.: Sparautobahnen) dagegen ausgesprochen hat. Folge: jetzt leidet der Bezirk Braunau unter dem explodierenden Transit der Europastraße E552 (B148). Größenwahnsinnige Linzer interessieren sich aber nur für Linz und das Mühlviertel, weshalb der Bezirk Braunau besser beim halb so fernen Salzburg aufgehoben wäre.
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