„Es hat auch keiner krakeelt, weil er nicht qualmen durfte. Das ganze Fest verlief rauchfrei und kreuzfidel. Selbst die Gäste, die ganz hinten an den Tischen saßen, hatten einen ungetrübten Blick auf die Musikkapelle, weil die Luft glasklar war“, so Festvereinsvorstand und Festwirt Sebastian Winbeck in einer ersten geistigen Rückblende.
Die Polizei konnte es ebenfalls kaum glauben. Nur ein einziges Mal habe man wegen Rauchens im Bierzelt einschreiten müssen, sagt Gerhard Eichinger, der Polizeichef von Bad Griesbach. Allerdings seien seine Leute wegen des teils enormen Ansturms heuer mehr gefordert gewesen als im Vorjahr: „Dafür gab es diesmal weniger grobe Reibereien.“
Trotz der grauslichen und teils ziemlich kühlen Witterung bewiesen mehr als 400.000 Besucher, dass die Attraktivität des sechstägigen Traditionsfestes im grenznahen, bayerischen 500-Seelen-Ort Karpfham ungebrochen ist.
Aus ganz Österreich, Süddeutschland und Tschechien reisten die Besucher an. Die meisten kamen per Bus, um sich voll den Freuden des „Festes der Nachbarschaft und der Lebensfreude“ hingegeben zu können.
„Karpfham ist Kult. Ob Jung oder Alt, wer nicht in Karpfham war, ist nicht in“, sagt Sebastian Winbeck. Ganz besonders freut es ihn, dass auch diesmal wieder keine Regenfront die Bayern und die Österreicher trennen konnte.
„Wir sprechen nicht nur die gleiche Sprache, wir haben auch fast den gleichen Dialekt. Zwar wurden wir vor 231 Jahren politisch und geografisch getrennt, aber innerlich gehören wir immer noch zusammen. Und gemeinsam feiern wir super“, so Winbeck, der schwärmerisch nachsetzt: „Karpfham ist einfach das höchste.“
Zu den Rekordtagen zählten der vergangene Freitag und Samstag. Aber auch am Montag, dem „Tag der Österreicher“, ging es auf dem Festgelände zu wie in einem Ameisenhaufen. Die Festwirte hatten sich natürlich auf volle Zelte und Riesenstimmung eingestellt und alles zur Hand, was das Besucherherz begehrte.
Platzmeister Manfred Freudenstein freute sich ebenfalls. „Die um 20 Prozent im Landtechnikbereich vergrößerte Rottal-Schau war der Anziehungspunkt für Landwirte. Neue Firmen und größere Angebote machten viele neugierig. Die Aussteller verzeichneten großes Interesse und waren mehrheitlich auch recht zufrieden mit den Abschlüssen. Wie in den Jahren davor haben schon wieder viele fürs nächste Jahr reserviert.“
Überwiegend positiv waren auch die Rückmeldungen von der Verbraucherschau. Im Vergnügungspark soll es jedoch so wechselhaft wie beim Wetter zugegangen sein. „Einmal lief das Geschäft super, dann wieder tröpfelte es nur.“
Als Renner hätten sich die Bier- und Essensmarken erwiesen, die in allen Festzelten gültig waren. „Damit hatte jeder freie Wahl bei der Festhütte, bei der Biermarke und bei der Musik.“ Jeder Vierte der mehr als 400.000 Besucher soll laut den Veranstaltern aus Österreich gekommen sein.
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