Zum Unterschied zur westlichen Medizin sei die TCM eine ganzheitliche Methode, bei der der Mensch und nicht die Symptome im Mittelpunkt stünden, sagt die Ärztin, die jetzt die vierjährige Ausbildung für Arzneimitteltherapie und Diagnostik mit einem Diplom abgeschlossen hat. Zuvor hatte Brigitte Schano-Plonka bereits ein Diplom in Akupunktur erworben.
Beide Bereiche sind in der traditionellen chinesischen Medizin untrennbar miteinander verbunden. „Bei der Akupunktur“, so die 1974 geborene Medizinerin, „werden durch Nadelung bestimmter Punkte auf der Körperoberfläche körpereigene Heilkräfte aktiviert. Der Energiefluss wird stimuliert, Blockaden lösen sich auf und der Körper kommt wieder in sein Gleichgewicht.“
Die chinesische Arzneimitteltherapie wieder stütze sich überwiegend auf Pflanzenteile und Mineralien. „Tierprodukte werden aus Artenschutzgründen so gut es geht vermieden“, weiß Brigitte Schano-Plonka.
Für jeden Patienten werde eine individuell für dessen Krankheitssituation abgestimmte Rezeptur aus fünf bis zehn Einzelarzneien erstellt und in der Apotheke zubereitet. „Dann wird diese Arznei zwei bis drei Mal täglich als Tee getrunken.“
Die Auswahl der passenden Rezeptur erfolge erst nach einem ausführlichen Gespräch. Brigitte Schano-Plonka: „Ergänzend dazu werden eine Puls- und Zungendiagnose erstellt, zwei wichtige Instrumente, um den Zustand des Organismus, die Ursache der Krankheit und deren weiteren Verlauf beurteilen zu können.“
Behandelt werden könnten sowohl akute als auch chronische Leiden. Je nach Schwere der Erkrankung erstrecke sich die Behandlung über wenige Tage oder mehrere Monate. Der Patient stünde dabei unter permanenter Aufsicht, so dass keine gesundheitlichen Risiken damit verbunden seien.
Brigitte Schano-Plonka hat 1999 an der Universität Innsbruck promoviert. Anschließend absolvierte sie ihre Turnusausbildung in den Krankenhäusern der Barmherzigen Schwestern in Ried und Linz. Seit 2004 ist sie niedergelassene praktische Ärztin mit Kassenpraxis in Ried.
Die Medizinerin ist von der mehr als 2000 Jahre alten fernöstlichen Heilkunde, die erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Europa Einzug gehalten hat, überzeugt. „Ich bin mir sicher, dass Gesundheit im ganzheitlichen Sinn möglich ist. Gerne unterstütze ich Menschen in ihrer Entwicklung zu Gesundheit und Gleichgewicht in Körper, Geist und Seele. Direkte Kommunikation und Interaktion mit dem Patienten zählen dabei für mich zu den wichtigsten ärztlichen Grundleistungen.“
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