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Lkw-Mautflüchtlingen im Raum Braunau geht es an den Kragen

BRAUNAU. Die Schmerzgrenze ist überschritten: Das Land Oberösterreich und die BH Braunau basteln gerade an einer neuen Verordnung, die spätestens im nächsten Jahr Lkw-Mautflüchtlingen auf der B148 zwischen Altheim und Braunau teuer zu stehen kommen wird.

Für Lkw-Lenker, die nicht unter den Begriff Ziel- und Quellenverkehr fallen, soll es ab Jänner 2011 Strafen bis zu 726 Euro hageln. Die Polizei wird die erforderlichen Mehr-Kontrollen auf der Strecke durchführen.

Viele Lkw-Fahrer, die zwischen Linz und München unterwegs sind, nutzen offenbar die B148 zwischen Altheim und Braunau, um sich die Maut zu ersparen. Neueste Zahlen belegen es.

In den Monaten April, Mai, Juni und Juli sind auf dem 20 Kilometer langen Abschnitt zwei Zählpunkte eingerichtet worden. Das Ergebnis war ernüchternd. Waren in den vergangenen Jahren rund 1500 Schwerfahrzeuge pro Tag auf der Strecke unterwegs, sind es mittlerweile mehr als 2400.

40 Prozent Ausweichverkehr

Braunaus Bürgermeister Gerhard Skiba: „Es handelt sich um eine Notmaßnahme. Die Bevölkerung entlang der B148 zwischen Altheim und Braunau ist rund um die Uhr einer permanenten Lärm- und Emissionsbelastung ausgesetzt.“

Skiba steht bei seinem Vorstoß nicht alleine da. Auch Verkehrs-Landesrat Hermann Kepplinger, Bezirkshauptmann Georg Wojak und Stadtrat Harry Buchmayr wollen mehr für den Schutz der Anrainer tun.

Hunderte Kontrollen in den vergangenen Monaten hätten gezeigt, so Skiba, dass mehr als 40 Prozent der Lkw-Fahrer die B148 benützen, um sich die Maut auf der A8 – der Innkreisautobahn – zu ersparen. Insbesondere bei jenen Schwerfahrzeugen, die zwischen München, Linz und retour verkehren, soll die Route überaus beliebt sein.

Mit einem Fahrverbot will man dieses Übel nun an der Wurzel packen. Ausnahmen soll es nur für den sogenannten Ziel- und Quellenverkehr geben. Auch Schwerfahrzeugen, die auf der A 8 von bzw. nach Regensburg unterwegs sind, soll eine Umfahrung über die B148 künftig nicht mehr möglich sein. Mit der Anbringung entsprechender Straßenverkehrszeichen wird die Verordnung wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres in Kraft gesetzt.

Gemäß Straßenverkehrsordnung (StVO) können Lkw-Fahrverbote ausgesprochen werden, wenn alternative, zumutbare Fahrbahnen im Straßennetz vorhanden sind. Dies sei dann der Fall, wenn parallel laufende Autobahnen oder Autostraßen vorhanden seien und kein oder nur ein geringer Umweg dabei entstehe.

Tempo 60 in der Nacht

Verkehrs-Landesrat Hermann Kepplinger hofft, „dass die neue Verordnung eine spürbare Entlastung für die Region bringen wird. Wenn es gelingt, mehr als ein Drittel des Schwerverkehrs von der B148 zu entfernen, wird das zu einer merklichen Verbesserung führen“.

Kepplinger wird sich auch dafür einsetzen, dass die Verordnung verstärkt kontrolliert und exekutiert wird. „Dazu wird die BH Braunau angewiesen, auf den existierenden Lkw-Kontrollstellen verstärkte Überprüfungen vorzunehmen. Auch die Kontrolle der nächtlichen Tempo-60-Beschränkung muss verstärkt werden.“

Ähnliche Erhebungen auf der B147 zwischen Munderfing und Lengau brachten anscheinend keine Anhaltspunkte für verlagerten, überregionalen Verkehr zutage.

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B148 ist die Europastraße E552 · von orinoco (1261) · 01.09.2010 17:28 Uhr

Ob es da rechtlich so einfach möglich ist, diese für den LKW-Ausweichverkehr zu sperren, bezweifle ich, da die B148 die E552 (Europastraße 552) und somit von gesamteuropäischer Bedeutung ist. Besser wäre es, alle Straßen in Österreich für LKW über 3500 kg höchst zulässiges Gesamtgewicht elektronisch zu bemauten. Ziel- und Quellverkehr unter 50-100 km ausgenommen.

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Artikel 01. September 2010 - 00:04 Uhr
Bild vergrößern Lkw-Mautflüchtlingen im Raum Braunau geht es an den Kragen

Zu viele Brummer werden zwangsläufig zur Qual.  Bild: Weihbold

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