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Sozialausgaben fördern Finanzierungsprobleme

INNVIERTEL. Gesunkene Steuereinnahmen, steigende Sozialausgaben. Der Bezirks-Umlagenschlüssel dürfte im kommenden Jahr kaum ausreichen, um den Geldbedarf durch die Gemeinden zu decken.

Als Basis für die Berechnung der heurigen bezirksweiten Abgaben der Gemeinden im Sozialbereich, dient die einnahmenseitige Finanzkraft der Gemeinden aus dem Jahr 2008.

Damals sprudelten die Einnahmen – krisenbedingt deutlich schlechter verlief das Jahr 2009, das als Sozialabgabenbasis für das kommende Jahr 2011 dient.

Die Ausgaben lassen sich durch die verringerte Basis jedoch nicht beeindrucken – in allen drei Innviertler Bezirken ist die Zahl der Sozialhilfebezieher gestiegen und mit ihnen die Kosten.

Im Bezirk Ried sind die Auszahlungsfälle heuer bereits um mehr als 15 Prozent gestiegen, im Bezirk Braunau wurden im Vorjahr bereits 970.000 Euro aus diesem Titel ausbezahlt. Die Budgets sind am Limit, ohne Aufstockung durch die Gemeinden dürfte die Situation im Innviertel im nächsten Jahr kaum zu bewältigen sein. Viele Gemeinden sind schon jetzt Abgangsgemeinden, für den Rest wird sich die Lage weiter verschärfen.

Sozialmarkt ist geplant

Mehr als 700 Beratungen für in Not geratene Innviertler zählte die Caritas im Vorjahr, 400 davon im Bezirk Braunau und 226 in Ried. Zu ohnehin hohen Wohnkosten habe sich in vielen Fällen Arbeitslosigkeit gesellt. Die Organisation gibt Tipps und springt zur Überbrückung akuter Notsituationen mit Sach- und Geldzuwendungen ein.

In Braunau hat sich eine Organisation etabliert, die Lebensmittel an nachweislich Bedürftige verteilt. In Ried ist ein Sozialmarkt geplant, der gespendete Lebensmittel zu einem Drittel des Marktpreises in jeweils pro Person begrenzten Mengen anbieten will. Die Zahl der Bedürftigen wird bezirksweit auf 1500 geschätzt – alleine der Indikator Heizkostenzuschuss durch als Land weist 1000 Bezieher auf.

Bereits 1,7 Prozent der Bewohner des Bezirks Ried suchen derzeit erfolgreich um Heizkostenzuschuss an, in der Stadt Ried sind es 223 Personen oder zwei Prozent der Bevölkerung. Die regionale Verteilung ist ziemlich unterschiedlich und schwankt zwischen null Prozent in Mörschwang und vier Prozent in Geiersberg. Über dem Bezirksschnitt liegen unter anderem Wippenham, Ort und Antiesenhofen.

Kommentare
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Artikel 20. August 2010 - 00:04 Uhr
Von Dieter Seitl
Bild vergrößern Sozialausgaben fördern Finanzierungsprobleme

In Freistadt gibt es einen Sozialmarkt. In Ried wird ebenfalls überlegt, Bedürftigen Waren des täglichen Bedarfs zu Sonderpreisen anzubieten.  Bild: OÖN

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