Supermarktketten spenden überschüssige Waren, die in einem Sozialmarkt in der Rieder Bahnhofstraße verkauft werden, so der Plan.
Bezugsberechtigt sein sollen Menschen, die über ein maximales Einkommen von 850 Euro verfügen. Bei Familien wird auf 1250 Euro zuzüglich 80 Euro pro Kind limitiert. Eine Einkaufskarte berechtigt drei Mal pro Woche zum Erwerb von Waren um zehn Euro – da die Ware zu einem Drittel der marktüblichen Preise feilgeboten werden soll, entspricht dies einem Warenwert von 30 Euro. Die Limitierung soll Missbrauch in Form von Auftragseinkäufen für andere Leute vorbeugen.
An einer Anschubfinanzierung durch die öffentliche Hand wird getüftelt, die Stadt Ried hat bereits grundsätzlich zugestimmt. Als Knackpunkt für einen Erfolg des Projekts dürfte sich das Auftreiben von Waren erweisen – und damit die kaufmännisch-organisatorische Besetzung. Das Projekt ist eigenständig angelegt und kann somit nicht auf andernorts bereits bestehende Sozialmarkt-Strukturen zurückgreifen.
Hinter dem Projekt steht der „Rieder Sozialverein“, der die Zahl der Bedürftigen bezirksweit auf 1500 schätzt. Wie hoch die Anzahl der tatsächlich einkaufenden Kunden sein dürfte, lässt sich schwer abschätzen.
Hilfe vom Roten Kreuz
Wie viele Berechtigte aus den Randlagen des Bezirks den mit Reisekosten behafteten Weg auf sich nehmen, um in limitierter Form einkaufen zu können, wird unterschiedlich bewertet. In entsprechender Umgebung sei zumindest von 500 bis 600 Leuten auszugehen, so Schätzungen.
Das Rote Kreuz will ebenso unterstützen wie der Sozialhilfeverband und weitere Organisationen. Das Arbeitsmarktservice habe zugesagt, für einen geschäftsführenden Angestellten in den ersten neun Monaten die Kosten zu tragen. Der Bedarf sei grundsätzlich gegeben und im Steigen begriffen, so Rieds SP-Sozialstadtrat Erich Rohrauer auf Anfrage der „Oberösterreichischen Nachrichten“.
Drei Tage pro Woche soll geöffnet sein, bei einem Umsatz von 350 Euro pro Tag lassen sich laut Plan die Unkosten decken.
Danke für diese Initiative!
Es gibt viele Menschen in unserer Umgebung, denen man mit der Möglichkeit, günstiger Lebensmittel einzukaufen, unter die Arme greifen könnte.
Es ist keine Schande, wenn man finanziell ein bisschen schwach auf den Beinen steht für den jenigen, der es ist. Aber für eine wohlhabende Gesellschaft ist es eine Schande, wenn man nichts dagegen unternimmt.
Bravo für diese Idee. Hoffentlich wird sie bald umgesetzt.
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