3000 Jazzfans tummelten sich zu Pfingsten auf Paul Zauners Bauernhof in Diersbach, um in den Live-Genuss des Inntöne-Festivals zu kommen. Via Aufzeichnung und Ausstrahlung durch 160 Radiostationen wird das Festival das ganze Jahr über Dutzende Millionen Hörer erreichen.
Inntöne entwickelt sich konstant weiter, von Starallüren keine Spur. „Wir kümmern uns um unsere Musiker. Die Szene ist pflegeleicht. Sobald die Musiker bei uns im System sind, gibt es auch bei den paar, die ansonsten zu Allüren tendieren, keine Allüren mehr“, sagt Zauner im Gespräch mit den OÖNachrichten neben Jazzfreunden, die mit Musikern an einem Tisch sitzen – und Bio-Hendl, Sauwaldschwein aus eigener Züchtung und Haibach-Forellen genießen – zubereitet unter Aufsicht von Rainer Macherhammer, einem Diersbacher, der in der Schweiz als Haubenkoch „zaubert“ und im Urlaub den Kochlöffel für die Jazzgemeinde schwingt.
International: Passend zur Fußball-WM wurde ein Südafrika-Schwerpunkt gesetzt. Zusammen mit Hugh Masekela, einem engen Freund Nelson Mandelas, musizierten Jugendliche aus Südafrika samt Innviertler Jugendlichen. „Masekela ist in seiner Heimat ein Star. Der junge Südafrikaner Brian berichtete seiner Mutter vom gemeinsamen Auftritt. Sie kann das nicht glauben. Der Bursch muss erst noch mit einem Foto den Beweis antreten.“
Selbst Regengüsse taten dem Zustrom keinen Abbruch. „Viel mehr Leute könnten wir gar nicht unterbringen“, so Zauner mit Blick auf seine Scheune, die jeweils zwei Wochen vor dem Festival ausgeräumt wird und sich in einen Konzertsaal verwandelt. 80 Helfer halten Inntöne am Laufen, seit den Anfängen musste vieles adaptiert werden. „Wir bedienten damals alles mit der gewöhnlichen Hausstromleitung, bis die Leitung wegen Überlastung verschmorte. Heute haben wir mehrere Starkstromleitungen, sind aber schon wieder am Limit.“
Das Festival erfreue sich einer gesunden Finanzstruktur und stelle einen von vielen kulturellen Beiträgen dar. „Das Angebot in der Region kann sich sehen lassen, ich zähle auch Passau dazu“, so Zauner, der als Musiker selbst einen vollen Terminkalender hat: Italien, Polen, Estland, Tschechien, Frankreich, dazu eine US-Tournee.
Open Air in Schärding
Der nächste Inntöne-Höhepunkt steht kurz bevor. Im Rahmen einer Barock-Serie wird am Samstag, 29. Mai, ab 18 Uhr ein Open Air im Schärdinger Orangeriepark geboten. Das elfköpfige Ensemble Ars Antiqua Austria gastiert unter Leitung von Gunar Letzbor mit österreichischer Barockmusik. „Musik mit viel Kraft – wie guter Rock und Jazz. Die Orangerie ist für den Auftritt wie geschaffen.“ Sollte das Wetter einen Strich durch die Freiluftrechnung machen, ertönt Barockes im Kubinsaal der Barockstadt.
Bereits Tags zuvor, am 18. Mai, um 19.30 Uhr stimmt die Formation Calamus Consort in der Pfarrkirche Diersbach mit einem Barockkonzert ein. Details zu den Inntöne-Serien finden sich unter www.inntoene.com im Internet.
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