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Sparstift bei Ehrenamt: Falsches Signal!

SCHÄRDING. Es sind Tausende, die sich im Bezirk ehrenamtlich betätigen. Eine unbezahlbare Leistung sowohl für Stadtväter als auch Bezirkshauptleute. Wie ist die Stimmung aber unter den Freiwilligen?

Was in den Ballungszentren in Form von Berufsfeuerwehr und Berufsrettung teuer bezahlt werden muss, bewältigen im ländlichen Raum noch immer hilfsbereite Geister, die sich in den Dienst einer guten Sache stellen. Ein Heidengeld, das den ohnehin vielfach verschuldeten Kommunen auf diese Weise erspart bleibt. Fast jeder zweite Bürger im Land leistet Freiwilligenarbeit, egal ob in Organisationen wie Feuerwehr oder Rettung oder etwa als Obmann, Kassier oder Jugendbetreuer im Sportverein, bei der Jungschar oder in der Blasmusikkapelle.

Nun möchte Landtagspräsident Friedrich Bernhofer (VP) aber wissen, wie es den Ehrenamtlichen bei ihrer Tätigkeit geht, welche Unterstützung sie für ihre Arbeit brauchen. Er hat eine Reihe von Bezirksbesuchen angesetzt, bei denen die Wünsche und Anregungen der Leute an der Front evaluiert werden.

Nach dem Start im Bezirk Schärding zeichnete sich bereits eine gewisse Tendenz ab: Es sei schwierig, Obleute für die Spitze der Vereine zu finden, die Verweildauer in den Vereinen sei allgemein kürzer, das würde sich auch auf der Führungsebene widerspiegeln.

„Es ist irgendwie klar, dass gerade während der Wirtschaftskrise Einsparungsmaßnahmen getroffen werden müssen. Damit aber bei der Freiwilligenarbeit zu beginnen, wäre sicher das falsche Signal und würde die Leute demotivieren“, sagt Rot-Kreuz-Bezirksstellenleiterin Andrea Bauschmied.

Sie holt kurz den Rechenstift hervor und überschlägt: „Bei uns im Bezirk werden pro Jahr etwa 125.000 Stunden freiwillig geleistet. Berechnet man diese mit einem Stundenlohn von 20 Euro, würde das 2,5 Millionen Euro ausmachen.“ Zu schade wäre es, wenn vorhandene Strukturen zerstört würden, um die hinterher getrauert werden würde. Landtagspräsident Bernhofer sieht das übrigens genau so.

Hilfestellung für das Ehrenamt wird übrigens in der oberösterreichischen Vereinsakademie im Bildungszentrum St. Magdalena geboten, das der Utzen-aicher Günther Lengauer leitet: „Wir sehen uns als Service- und Informationsstelle für Vereine und bieten Seminare an – etwa für die Gestaltung von Homepages, die Entwicklung von Teamgeist oder zur Krisenbewältigung. Klarerweise nehmen wir uns aber auch der Themen Vereinsleben, Veranstaltungen, Steuern und Finanzen an.“

Kommentare
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Artikel 09. März 2010 - 00:04 Uhr
Von M. Weidenholzer
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Unzählige Innviertler rücken freiwillig aus, wenn ihre Hilfe gebraucht wird.  Bild: OÖN/weid

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