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Lebensretter rüsten im Ringen gegen Selbstmord mit Hunden auf

BRAUNAU/RIED/SCHÄRDING. Das Rote Kreuz hat eine große Hundestaffel im Bezirk Braunau stationiert, für die Rettungshundebrigade in Ried und Schärding bewiesen sich zuletzt drei Spürnasen. In vier von zehn Fällen gilt es, Selbstmord zu verhindern.

Bei den Vermissten handelt es sich zu 60 Prozent um Kleinkinder und verwirrte, ältere Menschen. 40 Prozent aller Gesuchten sind selbstmordgefährdet – Zeit spiele eine entscheidende Rolle, so eine Expertin des Roten Kreuzes, das in Braunau mehrere ausgebildete Hunde für den Innvierteleinsatz stationiert hat. Im Regelfall werde via Polizei alarmiert, die vierbeinigen Spürnasen sind bei Bedarf auch im angrenzenden Bayern unterwegs.

Intensives Training

Das Training beginnt ab einem Alter von 16 Wochen. Zwei Mal pro Woche üben sich die Welpen in Unterordnung, Geschicklichkeit, Suchverhalten und im Zusammenspiel mit dem Staffelrudel. Der erste Ausbildungsteil umfasst mit der Flächensuche, die für das Innviertel wichtigste Einheit. Nach eineinhalb Jahren folgt die Suche in Trümmerhaufen.

Parallel zu den Experten des Roten Kreuzes rüstet die Organisation Rettungshundebrigade, die seit vier Jahren Bestandteil des Landes-Katastrophenhilfsdienstes des Landes ist, im Innviertel auf. Bei einem Eignungstest in Mühlviertler Schneeregen bestanden zuletzt drei Innviertler Hundeführerteams – Corinna und Walter Rammerstorfer aus Wippenham mit Felix und Bella sowie Daniela Bogner aus St. Florian am Inn mit Rocko. Jedes Team muss sich mindestens ein Mal pro Jahr einem umfangreichen Test unterziehen. Die Vermisstensuche ist für alle Beteiligten kostenlos, so die Organisation. Der Dienst stehe rund um die Uhr zur Verfügung.

Weitere Spezialschnüffler, die im ganzen Land gefragt sind, haben bei der Polizei an der Autobahn in Tumeltsham ihr Zuhause. Neben der Rettung Vermisster beweisen die Spezialhunde eine Nase für Drogen, Brandstiftung und Morddelikte – mit Erfolg: Ein „Behälter“, der sich in einem Stadel im Bezirk Ried fand, stellte sich als Weltkriegsbombe für die Zerstörung von U-Booten heraus – ein Hund hatte den Sprengstoff erschnüffelt.

Selbst die Suche nach versenkten Leichenteilen gehört zum Geschäft der Innviertler Polizei-Vierbeiner. Die Tiere werden im Verdachtsfall liegend auf Booten transportiert. Sie können Verwesungsgase aufspüren, die in geringster Dosierung durch das Wasser freigegeben werden.

Kommentare
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Artikel 16. Dezember 2009 - 00:04 Uhr
Bild vergrößern Lebensretter rüsten im Ringen gegen Selbstmord mit Hunden auf

Hundebrigade aus dem Innviertel bestand eisigen Einsatztest im Mühlviertel.  Bild: privat

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