Der Unmut in der Kollegenschaft der Hauptschule Waldzell ist groß. Mit Ende November ist ein Kollege in Pension gegangen. Obwohl der verdiente Lehrer seit Monaten sein Pensionsdekret in Händen hat, ist der Landesschulrat offensichtlich völlig überrascht und überfordert.
Vergeblich wartet man in Waldzell auf einen neuen, jungen Kollegen, der in die Fußstapfen seines Vorgängers treten kann. Der lückenlose und pädagogisch wertvolle sowie nahtlose Übergang ist nicht gegeben. Derzeit werden die Stunden von Kollegen suppliert, sehr oft von Lehrern, die keine entsprechende Fachausbildung haben.
Kurios, vielleicht sogar skandalös ist, dass eine Lehrerin aus dem Bezirk Ried die Stelle in Waldzell angeboten bekommen hat. Sie freute sich auf ihre neue Position, um nicht mehr täglich von Ried nach Marchtrenk, ihrer bisherigen Schule, pendeln zu müssen. Die junge Dame hat sich in Waldzell schon vorgestellt und wurde in ihre Fächer Englisch, Technisches Werken und Musik eingeführt. Zu ihrer großen Überraschung wurde sie aber umgehend zurückgepfiffen, um weiter in Marchtrenk zu unterrichten.
Nach dem letzten Stand der Dinge heißt es, dass sie in Marchtrenk bleiben müsse, weil man dort für sie noch keinen Ersatz gefunden hätte. Ja, einen Ersatz hätte es schon gegeben. Aber als dieser Lehrer hörte, er müsse in Marchtrenk im Poly unterrichten, winkte er dankbar ab. Anscheinend gibt es doch attraktivere Jobs, als in der Klasse zu stehen.
Pensionswelle rollt an
Dem Landesschulrat wird empfohlen, endlich zu reagieren. In Zeiten von Arbeitslosigkeit sollte es möglich sein, einen Lehrer aufzutreiben, noch dazu wenn der Bedarf lange bekannt war. Eine Pensionswelle bei Lehrern ist im Anmarsch. Zumindest jetzt müsste es doch innerhalb von mehreren Monaten möglich sein, für geordnete, nahtlose Übergänge zu sorgen.
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