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Brückenneubau: Transitchaos oder Chance für regionale Wirtschaft?

Bild vergrößern Brückenneubau: Transitchaos oder Chance für regionale Wirtschaft?

Projektentwurf: Für die mögliche Gestaltung der geplanten Brücke gibt es bereits mehrere Modelle.   Bild: Landratsamt

ST. PANTALEON. Eine geplante Salzachbrücke – die längste im Land – sei ein „weiterer Puzzlestein“ zum Ausbau europäischer Transitnetze, so Gegner. Befürworter sprechen von regionaler Bedeutung. Die Wogen schlagen immer höher.

Die Brücke soll die Braunauer Gemeinde St. Pantaleon mit Fridolfing in Bayern verbinden. Die EU werde die Hälfte der Kosten von rund 35 Millionen Euro tragen, auf Oberösterreich entfällt vom Rest per Vereinbarung 30 Prozent und 70 Prozent auf die bayerische Seite. Eine bestehende Brückenalternative in der Gemeinde Ostermiething ist baulich angeschlagen und entspreche kaum noch den Erfordernissen. In Richtung Salzburg lässt sich nur beengt via Laufen nach Oberndorf übersetzen.

Die von St. Pantaleon nach Fridolfing geplante Brücke sei eine kleinräumige Verbesserung für die Region, um die Querverbindung für beide Seiten der Grenze zu erleichtern, so Braunaus Wirtschaftskammerleiter Klaus Berer.

„Ich kann nicht ansatzweise nachvollziehen, wo hier der Transit herkommen soll“, so Berer mit Verweis auf die bestehenden Straßenanbindungen im Raum St. Pantaleon, die für Transit völlig ungeeignet seien. Diesen Weg werde der Transit mit Sicherheit meiden, die örtliche Wirtschaft benötige sehr wohl eine tragfähige Brücke. Eine Meinung, die St. Pantaleons Ex-Bürgermeister Herbert Huber grundsätzlich teilt. Der Verkehr aus Richtung Braunau rolle via B156 nach Salzburg, auf deutscher Seite rolle der Verkehr auf der B20 nach Salzburg. Das örtliche Straßennetz sei dazu angetan, auf den Transit abschreckend zu wirken, so Huber. „Das Schreckgespenst Mautflucht wirds bei uns nicht spielen. Die Brücke ist für die Menschen der Region wichtig.“

Der zuständige Landesbaureferent Franz Hiesl sagt, „es werden keine Straßen ausgebaut. Die Dimensionen müssen so ausgeführt werden, dass die Brücke in 30 Jahren noch zeitgemäß ist.“ Dass die Politik 35 Millionen Euro für den Bau einer „kleinräumigen Brücke“ freigeben wolle und sich die Kostenschätzung innerhalb von vier Jahren offenbar um rund zwölf Millionen Euro steigerten, nährt die Ängste der Gegnerschaft, die von einem „weiteren Puzzlestein“ zum Ausbau eines europäischen Transitnetzes spricht.

Wozu eine leistungsfähige Brücke, wenn ohnehin nicht mit einem markanten Anstieg des Verkehrsaufkommens zu rechnen sei? Wird in weiterer Folge auch das Straßennetz für den Transit aufbereitet? – so zwei der kritischen Kernfragen, die sich am Mittwoch bei einer „grenzüberschreitenden“ Protestversammlung in der bayerischen Gemeinde Fridolfing stellten.

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