Die Nervosität ist greifbar. Alle 85 Hauptschüler der vierten Klassen rutschen aufgeregt auf ihren Stühlen im Kubinsaal herum. Der Star betritt die Bühne: Eric Papilaya ist einer von zahlreichen Promis, die das „ProjectXchange“ unterstützen – ein Projekt, das dem Rechtsruck in Österreich entgegensteuern soll.
„Es heißt oft, Ausländer nehmen uns Platz und Arbeitsplätze weg. Speziell Jugendliche werden schnell infiziert von solchem Gedankengut. Wir wollen ihnen zeigen, dass Integration sehr gut funktionieren kann“, erklärt Margit Hauft, Obfrau von „Land der Menschen“ – von jenem Verein, der die Veranstaltungen für Oberösterreich koordiniert. Es schaffe Betroffenheit, wenn Diskriminierung und Ausgrenzung ein Gesicht bekomme – noch dazu ein prominentes.
Wie das von Eric Papilaya, dessen Vater politischer Flüchtling aus Indonesien war. Der Musiker stand im Rahmen der ersten von bisher 18 Veranstaltungen in Oberösterreich Rede und Antwort. „Ich wurde als Ausländer und wegen meiner dunklen Hautfarbe in der Schule verspottet, gehänselt und verprügelt!“
Die Lehrer hätten dies gar nicht mitbekommen. Das Problem „Ausländerfeindlichkeit“ sei in Österreich nicht wegzudiskutieren. „Leider gibt es aber immer wieder Parteien, die mit Hetzkampagnen Wählerstimmen gewinnen wollen!“
Rechtsruck hin oder her: Papilaya ist mit ganzem Herzen Österreicher und stolz auf sein Land. Von Ausländern erwarte er ein gesundes Maß an Selbstkritik, Toleranz sowie Integrationsbereitschaft.
Genau wie Susanne Ammerer von ihren Schülern: „Meine Klasse war von Anfang an begeistert und interessiert. Toll, was sie auf die Beine gestellt haben“, freut sich die Lehrerin mit bayerischen Wurzeln über die gelungene Veranstaltung, die mit dem Song „Get A Life – Get Alive“ endete. (wind)
Kein Schaffner in Sicht